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anti-kohle-demo australien 720

Newcastle, Australien. - Dreißig pazifische Inselbewohner haben, unterstützt von Hunderten von Australiern, in friedlichem Protest den weltweit größten Kohlehafen im australischen Newcastle blockiert. Mit der Aktion forderten sie die Regierung auf, die klimazerstörende Ausweitung des Geschäfts mit fossilen Brennstoffen zu beenden.

In traditionellen Kanus, auf ihren Inseln von Hand gefertigt und nach Australien transportiert, blockierten sie für einen Tag die Ein- und Ausfahrt zum Hafen, um die gigantischen Kohlefrachter an ihrer Fahrt zu hindern. Damit haben die "Pacific Climate Warriors" (Klimakrieger) der fossilen Industrie gezeigt, dass sie sich gegen Australiens radikale Pläne zur Verdoppelung der Kohleexporte und drastischen Steigerung der Gasgewinnung, die den Klimawandel vorantreiben und die Existenz ihrer Heimatinseln bedrohen, zur Wehr setzen.

Die pazifischen Inseln sind von den Folgen des Klimawandels – dem Anstieg des Meeresspiegels, verheerende Fluten und desaströse Stürme – am stärksten und unmittelbarsten betroffen. Wie Milañ Loeak (26), Tochter des Präsidenten der Marshallinseln Chris Loeak und selbst Pacific Warrior, berichtete, sind diese für ihre Inseln schon jetzt zu spüren. "Ich sehe, wie mein Volk und meine Inseln unter den Auswirkungen des Klimawandels, der immer gravierendere Dürren und Überflutungen mit sich bringt, leiden."

"Die Folgen des Klimawandels wirken sich bereits jetzt sehr spürbar auf das Leben der Menschen bei uns aus", erklärte Milañ Loeak. "Das Haus meiner besten Freundin wurde durch die jüngste Springflut zerstört und dieses Haus war ihr ganzes Leben. Verzweifelt sagte sie zu mir: 'Früher hat mich der beruhigende Klang des Meeres in den Schlaf gewiegt – und plötzlich hat mir eben dieses Meer alles genommen was ich hatte.'"

Am Tag der Blockade der Pacific Warriors haben hunderte Australier ihre Bankkonten bei den vier großen australischen Banken geschlossen, um ein Zeichen gegen die Finanzierung der Ausweitung fossiler Energien zu setzen. Der "Nationale Tag für Divestment" in Australien ist Teil einer internationalen Kampagne, Investitionen in fossile Brennstoffe abzuziehen. Die australischen Banken ANZ, die Commonwealth Bank, NAB und Westpac haben bereits über 200 Millionen australische Dollar an Banken verloren, die nicht in fossile Energien investieren. In Deutschland gibt es derzeit Kampagnen für fossiles Divestment an mehreren Universitäten und Städten.

Mikaele Maiava, Climate Warrior von Tokelau, betonte, nach Jahren gescheiterter globaler Klimaverhandlungen sei eine direkte Konfrontation der Pacific Warriors unumgänglich gewesen. "Es ist von größter Bedeutung für uns, aktiv gegen den Klimawandel vorzugehen, denn er bedroht unsere Inseln und unser Leben darauf. Unser Land ist der wertvollste Schatz den wir haben, und der Klimawandels ist dabei ihn zu zerstören. Doch wir wollen und werden das nicht zulassen."

Maiava wandte sich direkt an die australische Regierung, der er Ignoranz bezüglich dieses Themas vorwarf. "Australien ist das größte Mitglied in der Familie der Pazifikstaaten. Mit seinem Export an fossilen Brennstoffen erweist es sich jedoch als ausgesprochen rücksichtsloses Familienmitglied", so Maiava. "Aus diesem Grund sprechen wir für alle Mitglieder der Pazifik-Familie, die von Australiens zerstörerischem Handeln unmittelbar betroffen sind."

Milañ Loeak mahnte, die fossile Industrie müsse ihren Kurs ändern, um die pazifischen Inseln vor ihrem buchstäblichen Untergang zu bewahren. "Wir leiden bereits genug unter den Folgen des Klimawandels. Unsere Situation darf nicht noch verschlimmert werden, nur um die Interessen anderer zu befriedigen. Auch wir verdienen den Schutz unserer Heimat und wir werden tun was nötig ist, um sie zu retten", so Milañ.

Foto: © www.350.org

Quelle: www.350.org 


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