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Berlin. - Das Netzwerk BankTrack hat am Mittwoch eine Recherche zur Finanzierung von Kohlebergbau- und Kohlekraftwerksfirmen veröffentlicht. Der Untersuchung "Banking on Coal 2014" zufolge haben 92 Privatbanken allein im Jahr 2013 weltweit die Kohleindustrie mit mindestens 66 Milliarden Euro finanziert. Gegenüber 2005 haben sich die klimaschädlichen Kohleinvestitionen damit vervierfacht.

"2013 ist ein trauriges Rekordjahr der Kohlefinanzierung durch Privatbanken. Öffentliche Banken wie Weltbank, EIB und EBRD haben sich 2013 Regeln gegeben, die die Kohlefinanzierung drastisch einschränken. Privatbanken dagegen scheinen den Klimawandel zu ignorieren und verheizen unsere Zukunft", sagte Heffa Schücking, Geschäftsführerin der Umweltorganisation urgewald, die den Bericht mit herausgibt.

Untersucht wurden die Finanzdienstleistungen für 65 Unternehmen aus dem Kohlebergbau und dem Kohlekraftwerkssektor zwischen 2005 und April 2014. Im gesamten Zeitraum erhielten die Unternehmen laut BankTrack 373 Milliarden Euro von den 92 Banken. 73 Prozent dieser Summe hätten allein die 20 Hauptfinanzierer zur Verfügung gestellt, unter ihnen die Deutsche Bank. Angeführt wird die Liste von den amerikanischen Banken JP Morgan Chase (21,52 Milliarden Euro) und Citi (20,425 Milliarden Euro) sowie der britischen Royal Bank of Scotland (RBS, 18,131 Milliarden Euro). Die Deutsche Bank vergab 15,245 Milliarden Euro und befindet sich damit auf Rang 10.

Der "Banking on Coal 2014" Bericht schließt an den "Bankrolling Climate Change" Bericht von 2011 an. JP Morgan Chase und Citi führten auch damals die Liste an. RBS rückte auf, ebenso zwei chinesische Banken: China Construction Bank (17,252 Milliarden Euro, Rang 5) und Industrial Commercial Bank of China (16,795 Milliarden Euro, Rang 7). "Mit Rang zehn statt Rang sechs wie im Jahr 2011 hat sich die Deutsche Bank tatsächlich verbessert, was aber wohl leider mehr mit gestiegener chinesischer Kohlefinanzierung zu tun hat, als mit einem Kurswechsel der Deutschen Bank", so Schücking.

BankTrack veröffentlicht den Bericht als Auftakt zur "Banks: Quit Coal" Kampagne, die Privatbanken unter Druck setzen will, sich von der Finanzierung der Kohleindustrie zu verabschieden. "Die Ergebnisse unserer Recherche sind schockierend, gerade im Licht des in den kommenden Tagen erscheinenden Weltklimarat-Berichts, der neue wissenschaftliche Daten zum Ausmaß des Klimawandels vorlegen wird. Die Privatbanken müssen deshalb unbedingt aufhören, die Kohleindustrie zu finanzieren", erklärte Yann Louvel von BankTrack, der Autor des Berichts.

=> "Banks: Quit Coal": www.coalbanks.org
=> www.banktrack.org 
=> www.urgewald.org  


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