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Berlin. - Etwa 12 Millionen Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Fläche werden jährlich zu Wüste. Das entspricht 23 Hektar pro Minute. Tendenz: steigend. Das stellt UNCCD (United Nations Convention to Combat Desertification) anlässlich des Welttags für die Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre fest.

Für die nächsten zehn Jahre wird mit einer Reduzierung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen in Afrika um zwei Drittel gerechnet. Das bedeutet für ganze Landstriche, dass dort in 20 Jahren niemand mehr Leben kann.

Dieses Problem ist von Menschen gemacht. Nicht sachgerechte Landwirtschaft, Entwaldung und der Klimawandel gelten als Hauptursachen für die Wüstenbildung. Bevölkerungswachstum erhöht den Druck auf die Böden weiter. Landflucht ist eine typische Anpassungsstrategie an die sich verändernden Gegebenheiten. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl derer, die aufgrund von Desertifikation migrieren werden auf bis zu 700 Millionen Menschen bis zum Jahr 2050.

"Wir tragen unseren Teil bei, diese Katastrophe mit Ansage abzuwenden" sagte Judith Ohene, Geschäftsführerin des Weltfriedensdienst e.V. "Dazu arbeiten wir eng mit lokalen Partnerorganisationen zusammen. Zum Beispiel in Simbabwe und Senegal".

Viehzucht spielt in allen Trockengebieten der Welt eine herausragende Rolle. Sie führt allerdings rasch zur Überweidung. Die Antwort von TSURO/Simbabwe darauf überrascht: Nicht die Zahl der weidenden Rinder wird verringert. Sie werden zu großen Herden zusammengeschlossen und professionellen Hirten anvertraut. So können sie größere Gebiete durchstreifen und betreiben Landschaftspflege statt Überweidung.

Vor 20 Jahren entstand in Senegal die Organisation ProNat. Sie arbeitet für eine gesunde und dauerhafte Landwirtschaft. ProNat berät tausende kleinbäuerliche Familien bei der Umstellung auf organische, regional angepasste Anbaumethoden. Der Verzicht auf importierte chemische Düngemittel und Pestizide ist nicht nur gesünder. Er schont Böden und Geldbeutel, erhöht die Qualität der erzeugten Lebensmittel, und das langfristig.

Nach Angaben des Weltfriedensdiensts, werden die direkten Kosten der Wüstenbildung weltweit auf jährlich etwa 42,3 Milliarden US-Dollar geschätzt.

=> World Day to Combat Desertification

=>Fact Sheet: Migration and Desertification

=> Combating desertification/land degradation and drought for poverty reduction and sustainable development: the contribution of science, technology, traditional knowledge and practices” - Preliminary conclusions

Foto: Dürre in Mali © Oxfam

Quelle: wfd.de


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