wvFriedrichsdorf. - In Europa wie auch an anderen Orten der Welt heißt es in diesen Wochen für Kinder und Jugendliche: Die Sommerferien sind vorbei – es ist Zeit, wieder zur Schule zu gehen! Bis zur nächsten Notenvergabe dauert es noch einige Monate. Anlässlich des Welttages der Alphabetisierung am 8. September hat World Vision der globalen Bildungssituation für Kinder ein Zeugnis ausgestellt – und verteilt gute sowie schlechte Noten.

Seit dem Jahr 2000 wurden aus der Sicht von World Vision zwar große Fortschritte in Richtung universelle Bildung für Kinder gemacht. Ärmere Länder der Welt stehen bei steigenden Schülerzahlen aber vor großen Herausforderungen, um eine gute Qualität der Schulbildung anbieten zu können. In einigen Ländern brechen heute sogar mehr Kinder ihre Schulausbildung vorzeitig ab als noch vor einigen Jahren. Betroffen hiervon sind vor allem Kinder aus ländlichen Regionen, wegen großer Entfernungen zu Sekundarschulen oder auch schlechter Lernbedingungen und wirtschaftlicher Not.

Zu gefährlich oder gar nicht möglich ist der Schulbesuch in vielen Regionen, die unter Konflikten leiden. Im Nahen Osten und in afrikanischen Krisenregionen verlieren derzeit mehr als 20 Millionen Kinder wertvolle Jahre an Schulbildung. Sorgen um ihre Zukunft sind ein wichtiger Grund für viele Familien, die Flucht nach Europa zu wagen oder ihre Kinder dorthin zu schicken.

Gute Noten gibt es für:

  • einen verbesserten Zugang zu Schulbildung. Die Einschreibungsrate bei Grundschulen ist 2015 in Entwicklungsländern auf einen Wert von 91 Prozent gestiegen. Im Jahr 2000 waren es nur 83 Prozent.
  • die Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht. Die Zahl der Kinder im Volksschulalter, die nicht zur Schule gehen, hat sich in den vergangenen 15 Jahren weltweit beinahe halbiert: Von 100 Millionen Kinder auf 57 Millionen.
  • globale Anstrengungen zur Alphabetisierung. Der Alphabetisierungsgrad bei jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren stieg weltweit zwischen 1990 und 2015 von 83 Prozent auf 91 Prozent.

Schlechte Noten gibt es hingegen für:

  • Mängel in der Vermittlung grundlegender Bildungsvoraussetzungen. Weltweit weisen 250 Millionen Kinder schlechte grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten auf, obwohl die Hälfte von ihnen mindestens vier Jahre Schulbildung absolviert hat.
  • den Schutz der Bildungsrechte von Kindern, die in Konfliktgebieten leben oder auf der Flucht sind. Die Hälfte der Kinder im schulfähigen Alter, die keine Schule besuchen, lebt in Ländern, in denen Kriege oder Konflikte herrschen.

"Wir müssen sicherstellen, dass Kinder nicht nur zur Schule gehen, sondern dort auch eine gute Bildung erhalten. Regierungen, Kommunen, Lehrer und Eltern müssen zusammenarbeiten, um eine lernfördernde Kultur innerhalb, aber auch außerhalb der Schulumgebung zu schaffen. Dafür muss in die Ausbildung der Lehrer investiert werden. Auch für die Leseförderung außerhalb des Unterrichts muss gesorgt werden", sagt Linda Hiebert, Bildungsreferentin bei World Vision.

World Vision setzt sich weltweit dafür ein, dass Kinder und Jugendliche eine gute Schulbildung und weitere Lernchancen erhalten. Lehrer bekommen Trainings darin, wie sie den Unterricht effektiver und spannender gestalten können. Freiwillige werden in Nachmittagsbetreuung geschult und Eltern werden dazu befähigt, ihre Kinder zuhause beim Lernen zu unterstützen. Viele bildungsbenachteiligte Gemeinden in Äthiopien, Burundi, Malawi und Indien haben in Zusammenarbeit mit World Vision eigene Lernmaterialien gestaltet , die für den eigenen Kontext interessant und auf die lokalen Traditionen, Werte und Sprachen abgestimmt sind.

Der diesjährige Weltbildungstag betont die enge Verbindung zwischen Bildung und den neuen globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals). In diesen neuen Zielen erhalten Inhalte und Qualität von Bildung einen höheren Stellenwert als bei den Milleniums-Entwicklungszielen.

Diese Fortentwicklung begrüßt World Vision ausdrücklich. Linda Hiebert appelliert an die Entscheidungsträger, sich der Schlüsselrolle von guter Bildung für die Beseitigung von Armut in allen Erscheinungsformen, aber auch für inklusivere und stabile Gesellschaften bewusst zu machen. "Inklusive, hochwertige Bildung setzt schon in den ersten Lebensjahren viele menschliche Potentiale frei und kann mit entsprechender Förderung zum Eckstein für nachhaltige Entwicklung werden", betont Hiebert.

Quelle: www.worldvision.de 


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