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Friedrichsdorf. - In der Zentralafrikanischen Republik können wegen des neuen Gewaltausbruchs und direkter Angriffe auf Hilfsorganisationen momentan hunderttausende hilfsbedürftige Menschen nicht versorgt werden. Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision hat ihre Hilfsprogramme ausgesetzt und Mitarbeiter aus Bangui evakuiert.

In der Nacht zu Dienstag erlebten die World Vision-Mitarbeiter in Bangui viel Gewalt. "Wir hörten Explosionen und Schusswechsel", berichtete Yves Habumugisha, Nothilfe-Koordinator der Region Westafrika, am Mittwoch aus der Hauptstadt. "Auch gestern Mittag hörten wir noch Schüsse. Heute Nacht war es ruhiger. Über die Berichte von Plünderungen der Lager und Büros von Hilfsorganisationen sind wir sehr besorgt, da sie die dringend notwendige humanitäre Hilfe im Land gefährden."

World Vision versorgt Schulen und Dorfgemeinschaften mit Nahrungsmitteln, unter anderem mit Spenden aus Deutschland und Mitteln aus dem UN-Welternährungsprogramm. Mehr als 120.000 Kinder hat die Organisation nach eigenen Angaben seit März 2014 mit humanitärer Hilfe, durch Familien-Zusammenführung, psychosoziale Betreuung und beim Schulbesuch unterstützt.

"In den letzten Monaten war es relativ ruhig, so dass wir Kindern in sehr schwierigen Lebensumständen helfen konnten und wir wollten unsere Kinderschutz-Arbeit in dieser Woche noch ausweiten", sagte Habumugisha. "Wir sind sehr traurig und besorgt über die neue Gewalt, die die Lage verschlechtern wird. Viele Kinder sind bereits von der erlebten Gewalt traumatisiert, mangelernährt und ohne Zugang zu Bildung, auch bedroht von Zwangsrekrutierung durch bewaffnete Milizen."

So rasch wie möglich will World Vision die Hilfe wieder aufnehmen und auch den begonnenen Dialog zwischen Christen und Muslimen weiter unterstützen. "Die Versöhnungsarbeit kann allerdings nur fortgesetzt werden, wenn die Milizen ihre Waffen niederlegen", erklärte Ekkehard Forberg, Experte für Friedensförderung bei World Vision Deutschland. "Die Kinder in der Zentralafrikanischen Republik brauchen unsere langfristige Unterstützung und Hilfe. Doch dafür ist Sicherheit Voraussetzung", so Forberg. "Die Durchführung der Wahlen sollte ebenfalls nicht einfach aufgegeben werden."

Foto © World Vision

Quelle: www.worldvision.de


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