FlohmarktAachen/Hamburg/Neuss (epo). - Mit Erlösen aus Versteigerungen über das Internet wollen MISEREOR und die Pfadfinder ab sofort Projekte in Deutschland und Indien finanzieren. Dazu haben das Hilfswerk und die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg eine gemeinsame Plattform geschaffen: Beim Internet-Auktionshaus "ebay" werden Gegenstände versteigert, die zuvor als Sachspende zur Verfügung gestellt worden sind.

"Die Idee ist ebenso simpel wie genial", erklärte der für MISEREOR zuständige Bischof Werner Thissen das Konzept. "Jede und jeder kennt das: Im Keller steht eine alte Vase neben der ausrangierten Stereoanlage. Beide Gegenstände sind 'überflüssig' geworden, nehmen Platz weg - sind aber für den Sperrmüll zu schade. Jetzt kann man damit sogar Gutes tun, denn diese Dinge können gespendet werden." Die Sachspender würden so gut erhaltene Gegenstände los und erhielten im Gegenzug eine Spendenquittung, die Käufer machten ein Schnäppchen und unterstützten eine gute Aktion, meinte der Erzbischof - "Pfadfinderinnen und Pfadfinder sowie MISEREOR helfen schließlich Menschen in Not."

Zum Auftakt der Aktion stellte Erzbischof Thissen ein Bild aus der Sammlung Weitz-Eichhoff zur Verfügung und übergab dieses Bild jetzt drei Hamburger Pfadfindern für die Auktion. Die Bilder des renommierten Künstlers Richard Weitz-Eichhoff waren durch eine Erbschaft in den Besitz von MISEREOR gelangt.

"Gesucht - Gekauft - Geholfen" lautet das Motto der Aktion. "Mit unserer Aktion knüpfen wir dort an, wo Jugendliche heute gerne sind - im Internet. Pfadfinder surfen aber nicht nur gern, die krempeln auch ihre Ärmel auf und packen kräftig an", sagte der Erzbischof bei der Vorstellung der Aktion in Aachen. "Wer Gegenstände zur Verfügung stellen will, kann sie zu den Sammelstellen in den Pfarrgemeinden bringen. Anschließend wird das Teil fotografiert und über ebay versteigert. Und davon profitieren viele - die Jugendarbeit der Pfadfinder und Kinder in den Steinbrüchen Indiens."

Mit dem Erlös der Aktion will MISEREOR verschiedene Organisationen im Kampf für die Rechte der Kinder und Steinbrucharbeiter unterstützen, zum Beispiel in Rajasthan/Indien. Zwischen Felsblöcken arbeiten dort Kinder in zerrissener Kleidung und Gummilatschen an Presslufthämmern. MISEREOR setzt sich mit seinen Partnern dafür ein, dass die Kinder zur Schule gehen können und eine gute Berufsausbildung erhalten.

Auch die Pfadfinderinnnen und Pfadfinder wollen in die Kinder- und Jugendarbeit investieren. "Beispielsweise müssen Gruppenräume renoviert oder neue Spielgeräte für die Gruppenstunden angeschafft werden. Mancher DPSG-Stamm hilft mit dem Geld sicher auch befreundeten Pfadfinderinnen und Pfadfindern in armen Ländern", hofft Stephan Jentgens, Bundesvorsitzender der Pfadfinder, auf rege Beteiligung. "Jetzt krempeln die Pfadfinderstämme die Ärmel auf, um erfolgreich die Sachspenden in klingende Münzen für diese Projekte verwandeln".

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg ist mit 95.000 Mitgliedern und mehr als 1.500 Ortsgruppen eine der größten Kinder- und Jugendorganisationen in Deutschland. Die DPSG engagiert sich stark für Frieden, Gerechtigkeit und Ökologie. Das Hilfswerk MISEREOR wurde 1958 von den deutschen Bischöfen als "Aktion gegen Hunger und Krankheit in der Welt" ins Leben gerufen. Seitdem wurden für mehr als 90.000 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika über fünf Milliarden Euro bewilligt.

Mehr Infos unter www.geholfen.org, www.dpsg.de und www.misereor.de

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