flugzeugHamburg. - Gemeinsam mit mehr als 70 nichtstaatlichen Organisationen aus aller Welt hat ROBIN WOOD von der UN-Sonderorganisation für zivile Luftfahrt (ICAO) gefordert, klimaschädliche Emissionen aus dem Flugverkehr zu reduzieren. Das Konzept der ICAO für ein angeblich mögliches klimaneutrales Wachstum des Flugverkehrs ("Carbon-neutral Growth") lehnen sie ab, weil es auf dem Ausgleich ungebremst zunehmender Emissionen durch Einsparungen in anderen Ländern und Sektoren ("Offsetting") basiere.

Die NGOs veröffentlichten ihr gemeinsames Statement am Montag anlässlich eines Treffens der ICAO-Mitgliedsstaaten in Utrecht (4. bis 5. April), bei dem über das Offsetting-System verhandelt wird.

Die Luftfahrt finde im Klimaabkommen von Paris keine Erwähnung, obwohl sie weltweit die am stärksten wachsende Quelle von Treibhausgas-Emissionen sei, kritisieren die NGOs. Das Kyoto-Protokoll hatte die ICAO mit der "Begrenzung oder Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen aus dem Luftverkehr" beauftragt. Die ICAO sei jedoch 16 Jahre tatenlos geblieben. Erst der Einbezug des Luftverkehrs in das europäische Emissionshandelssystem habe sie unter Zugzwang gesetzt.

Das Wachstum des Flugverkehrs und damit auch seiner klimaschädlichen Emissionen prognostiziert die ICAO auf 300 bis 700 Prozent bis 2050. Das verschärfe die globale Ungerechtigkeit, so die NGOs, da die Folgen des Klimawandels Menschen in den ärmeren Ländern besonders hart träfen, während nur drei bis sieben Prozent der Weltbevölkerung Flugzeuge nutzten.

Das derzeit in der ICAO verhandelte Offsetting-System soll die CO2-Emissionen ab 2020 einfrieren und zugleich weiteres Luftverkehrswachstum ermöglichen. Das Konzept setzt nach Angaben der NGOs nur bei CO2 an und vernachlässigt den größten Teil der Erwärmungswirkung von Flugzeugen, u.a. durch Kondensstreifen und Zirruswolken, die sich in großer Höhe bilden. Eine ökologisch und sozial sinnvolle Qualität von Projekten oder Zertifikaten für einen Emissionsausgleich im Offsetting-System sei angesichts der Wachstumsziele im Luftverkehr nicht möglich.

"Ein klimaneutrales Wachstum im Flugverkehr kann es nicht geben. Der Vorschlag der ICAO zum Ausgleich von Emissionen ist ungeeignet und nur ein Ablenkungsmanöver", sagt Monika Lege, Verkehrsreferentin von Robin Wood. "Wir fordern, dass die Luftfahrtunternehmen für ihre klimaschädlichen Emissionen eine Abgabe in den Green Climate Fund der UN zahlen. Das Klima schützt, wer weniger fliegt."

=> International Civil Society Statement: Aviation industry plan to offset emissions is serious distraction from need to reduce emissions from the sector

Quelle: www.robinwood.de 


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