DWHHHongkong/Bonn (epo). - Anlässlich der erwarteten Verabschiedung eines "Entwicklungspakets" für die ärmsten Entwicklungsländer beim Gipfel der Welthandelsorganisation (WTO) in Hongkong befürchtet die Deutsche Welthungerhilfe, "dass dieses Angebot von den wirklich wichtigen Verhandlungsthemen ablenkt". Es sei zu befürchten, dass insbesondere die dafür notwendigen Mittel zur Handelsförderung "aus den Entwicklungshilfeetats der Industrieländer entnommen werden", sagte Alexandra Burmann, Handelsexpertin der Welthungerhilfe.

"Die ärmsten Länder werden wieder einmal die Verlierer sein", erklärte Burmann. Die Deutsche Welthungerhilfe fordert, in Hongkong müssten die Versprechen von Doha für eine echte Entwicklungsrunde endlich eingelöst werden. Dies umfasse unter anderem einen verbindlichen Zeitrahmen für ein Auslaufen der Exportsubventionen auf landwirtschaftliche Produkte.

Zusätzlich müssten die ärmsten Länder das Recht haben, für einen Übergangszeitraum den Marktzugang für spezielle Produkte, vor allem im Bereich der Grundnahrungsmittel, selbst regulieren zu können. "Gleiche Regeln für ungleiche Partner sind ungerecht", sagte Burmann. Das Menschenrecht auf Nahrung müsse Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben und in der Präambel des WTO-Agrarabkommens als Leitkriterium verankert werden.

Dringender Handlungsbedarf besteht aus der Sicht der Welthungerhilfe außerdem beim Thema Baumwolle. Die Welthungerhilfe unterstützt die  Initiative der vier westafrikanischen Länder Mali, Burkina Faso, Benin und Tschad, die fordern, bis zum Jahresende alle Subventionen der Industrieländer für Baumwolle abzubauen. Die Angebote der Industrieländer, die westafrikanischen Baumwollproduzenten durch Entwicklungshilfe zu unterstützen, werden von der Welthungerhilfe grundsätzlich begrüßt. Das könne aber keine Reform der Agrar- und Handelspolitik in den Industrieländern ersetzen.

Deutsche Welthungerhilfe


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