GreenpeaceHongkong (epo). - Die sozialen und ökologischen Folgen des Freihandels werden von den Regierungen der Welt ignoriert. Diese Auffassung vertrat der Greenpeace-Handelsexperte Jürgen Knirsch nach dem Abschluss der 6. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Hongkong. Knirsch sagte, der verbreitete Eindruck, "das WTO-Handelssystem sei langsam, aber intakt, trügt gewaltig. Denn die gravierenden sozialen und ökologischen Folgen des Freihandels werden von den Regierungen weiter ignoriert."

"Obwohl der WTO-Text nur so vor entwicklungspolitischer Rhetorik strotzt, reflektiert er immer noch stärker die Interessen der reichen Länder. Die Industrieländer haben den Entwicklungsländern für den seit Jahren überfälligen Abbau der Exportsubventionen für landwirtschaftliche Güter Zugeständnisse bei Dienstleistungen und Industriegütern aufgezwungen. Besonders ungerecht ist die so genannte 'Schweizer Formel' beim verbesserten Marktzugang für Industriegüter. Danach werden die Entwicklungsländer mit ein paar Versprechungen vertröstet, während sie selbst die Zölle für Industriegüter drastisch senken müssen", sagte Knirsch.

Frustrierend sei, so Greenpeace, dass die beschlossene Handelsliberalisierung für Industriegüter klar vorhersehbar die Umwelt zerstören werde. Je niedriger die Handelsbarrieren für elektronische Güter, Fischerei- und Holzprodukte, desto weitreichender die sozialen und ökologischen Folgen: "Noch mehr Elektroschrott wird in die Entwicklungsländer verfrachtet, noch mehr Bäume in den letzten Urwäldern werden gefällt und die Meere endgültig geplündert."

Statt den mageren Kompromiss von Hongkong als Erfolg zu verkaufen, sollten die Regierungen nun endlich den Mut aufbringen, an den Grundpfeilern des bestehenden Handelssystems zu rütteln. "Wir brauchen eine völlig neue Welthandelsordnung, die sozial und ökologisch nachhaltig ist und einen fairen statt freien Handel fördert."

Greenpeace Deutschland


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