macht frieden syrienBerlin. - Anlässlich der ersten Lesung zur Verlängerung und Erweiterung des Bundeswehrmandats für Syrien am Donnerstag hat die Kampagne "MACHT FRIEDEN. Zivile Lösungen für Syrien" breiten gesellschaftlichen Widerstand angekündigt. Am 10. November, bei der endgültigen Abstimmung im Bundestag, sollen möglichst viele Bundestagsabgeordnete gegen eine Verlängerung des Bundeswehrmandats für Syrien stimmen.

Im Rahmen so genannter "Urgent Action Days", die am 1. November unter dem Motto "NEIN zum Bundeswehrmandat, JA zu zivilen Lösungen für Syrien" beginnen, wollen bundesweit lokale und regionale Friedensgruppen mit Info-Ständen und Protestwachen vor den örtlichen Abgeordnetenbüros sowie mit Briefen, E-Mails und Nachrichten in den sozialen Medien darauf aufmerksam machen, dass es bei dieser Abstimmung nicht nur um die Verlängerung des Bundeswehrmandats, sondern auch um die Billigung des Einsatzes von AWACS-Flugzeugen der NATO geht.

"Damit würde die NATO nun auch offiziell Kriegspartei werden", erklärte Uli Wohland aus dem Sprecherkreis der Kampagne. "Das wäre eine neue Stufe der Eskalation. Wir brauchen dringend zivile Lösungen für Syrien, denn militärisch ist weder der Kampf gegen den Terrorismus zu gewinnen, noch der Konflikt in Syrien zu lösen."

Ein Nein zur militärischen Intervention erfordere gleichzeitig ein Ja zu zivilen Alternativen, so die Kampagne. Zu den Maßnahmen der Zivilen Konfliktbearbeitung und Terrorismusprävention, die die deutsche Politik durch finanzielle und personelle Unterstützung noch stärker fördern könne, zählten zum Beispiel die Unterstützung von Demokratieprojekten, in denen ziviler Widerstand und politische Partizipation gefördert werden, um das gewaltfreie Engagement von syrischen Bürgerinnen und Bürgern zu unterstützen, oder die Unterstützung der Aktivitäten der "Nonviolent Peaceforce", die im Libanon eine Ausbildungsstelle für Syrer eingerichtet hat, um sie für die Zivile Konfliktintervention in ihren Wohnorten zu schulen.

Vor Ort könnten lokale Waffenstillstände ausgehandelt werden und neben den nationalen Verhandlungen dezentrale Friedensverhandlungen ermöglicht werden, erklärte die Kampagne. Weitere Möglichkeiten seien die Einrichtung eines international getragenen Ausstiegsprogramms für ehemalige IS-Kämpfer und die Initiierung einer "pädagogischen Initiative", die den Millionen Kindern und Jugendlichen in den Flüchtlingslagern und in Syrien selbst zu ihrem Recht auf Bildung verhelfen könnte. Auch Projekte, die Kriegsverbrechen dokumentieren und damit Grundlagen für Vergangenheitsaufarbeitung und Versöhnungsarbeit legen, seien jetzt geboten.

Während der "Urgent Action Days" vom 1. bis 10. November suchen Kampagnenunterstützer in ganz Deutschland das Gespräch mit Abgeordneten aller Fraktionen, um sie zu überzeugen, dass nur ein "Nein" bei dieser Abstimmung der richtige Beitrag zur Eindämmung des Krieges in Syrien sei. Für das Datum der parlamentarischen Entscheidung am 10. November 2016 ruft die Kampagne zu einer zentralen Protestaktion in Berlin auf.

=> Kampagne "MACHT FRIEDEN. Zivile Lösungen für Syrien"

Quelle: www.ippnw.de 


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