wvFriedrichsdorf. - Das Kinderhilfswerk World Vision unterstützt als eine der ersten Organisationen die Kinder der vor den Kämpfen um Mossul fliehenden Familien. In dem neuen Flüchtlingslager Zelikhan, knapp 25 Kilometer nordöstlich von Mossul, richten World Vision Mitarbeiter Kinderschutzzentren ein – sichere Orte, an denen Kinder wieder ein Stück Normalität mitten im Chaos erleben können und psychologische Unterstützung erhalten. Der vor einer Woche begonnene Vormarsch auf Mossul wird Befürchtungen zufolge zu einer Flucht von 700.000 Menschen führen. Die Hälfte davon sind Kinder.

Aaron Moore, Leiter der World Vision Programme im Norden Iraks, betonte: "Unsere Kinderschutzbereiche in den Lagern bieten den Kindern die Möglichkeit abseits von Flucht und Gewalt spielen zu können – zur Ruhe zu kommen. Die zum Teil schlimmen Erlebnisse auf der Flucht, die diese Kinder durchmachen mussten, können wir uns nur vorstellen. Zumeist haben sie nichts mehr dabei, außer ihrem Hunger, Durst und ihrer Müdigkeit. Sorgen bereiten uns sichere Fluchtwege aus Mossul und den umkämpften Ortschaften für fliehende Familien mit ihren Kindern."

"Die Lage der Menschen in und um Mossul ist bedrohlich", erklärte Anna Zügner, World Vision Mitarbeiterin in Erbil. "Menschen als Schutzschilder zu missbrauchen oder die Belagerung der Zivilbevölkerung ist inakzeptabel. Wir appellieren an die Konfliktparteien, Fluchtwege zu öffnen und diese zu schützen." Die von Human Rights Watch berichteten Zwangsrekrutierungen von Kindern durch Konfliktparteien verurteilte World Vision aufs Schärfste.

Die von den Vereinten Nationen benötigten 245 Millionen US-Dollar für die dringende erste Versorgung von Geflohenen wurden erst zur Hälfte bereitgestellt. World Vision fordert daher die Geber auf, die Gelder zur Verfügung zu stellen.

World Vision versorgt die geflohenen Menschen mit sauberen Trinkwasser, Duschen und Toiletten, Hygiene-Artikeln und einer Grundausstattung, beispielsweise mit Töpfen. In der Region Kirkuk unterhält World Vision weitere Kinderschutzzentren, finanziert vom Auswärtigen Amt.

Bis jetzt mussten bereits 3,3 Millionen Menschen im Irak ihr Zuhause verlassen und zehn Millionen Menschen benötigen humanitäre Unterstützung. Der Vormarsch auf Mossul wird diese Situation weiter erschweren.

Quelle: www.worldvision.de 


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