amerika 21Tegucigalpa. - Eine Gruppe von internationalen Rechtsexperten besucht derzeit Honduras, um eine unabhängige Analyse des Mordes an der indigenen Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres Flores sowie des versuchten Mordes an Gustavo Castro Soto am 2. März dieses Jahres zu erstellen, berichtete das Lateinamerika-Portal amerika21 am Montag.

Castro Soto ist ein mexikanischer Umweltaktivist. Er befand sich mit Cáceres in ihrem Haus in La Esperanza in Honduras, als sie von zwei Unbekannten ermordet wurde. Er wurde bei dem Attentat ebenfalls niedergeschossen, überlebte jedoch.Die fünf Juristen, die sich seit dem 4. November in dem mittelamerikanischen Land aufhalten, bilden die Internationale Gruppe beratender Experten (GAIPE), die sich auf Wunsch der Angehörigen von Berta Cáceres, von Gustavo Castro sowie einer Reihe von honduranischen und internationalen Organisationen konstituiert hat.

Alle fünf haben langjährige Erfahrungen in der Ermittlung und Strafverfolgung von Menschenrechtsverbrechen, unter anderem am Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte. "Wir wollen unsere Erfahrungen und Fähigkeiten zur Verfügung stellen, damit bald die Wahrheit bekannt wird und Gerechtigkeit hergestellt werden kann", erklärte die kolumbianische Anwältin Liliana Uribe.Seit Cáceres' Ermordung fordern ihre Familienangehörigen und die Organisation COPINH, deren Generalkoordinatorin Cáceres war, eine internationale und unabhängige Untersuchung des Falls unter Leitung des Interamerikanischen Gerichtshofes. Die honduranische Regierung hat die Einsetzung einer internationalen Untersuchungskommission jedoch abgelehnt sowie die Beteiligung der Angehörigen und der Opfer an den Ermittlungen verhindert, schreibt amerika21.

Obwohl mittlerweile sechs Tatverdächtigte verhaftet wurden, bestehen große Zweifel, ob auf allen Ebenen nach den intellektuellen Tätern gesucht wird. In einem Unterstützungsschreiben für die GAIPE erinnert die Koalition gegen die Straflosigkeit daran, dass internationale Expertengruppen in verschiedenen Ländern strukturelle Veränderungen erreichen konnten.

"Im Fall von Honduras hoffen wir, dass diese Gruppe unter anderem Empfehlungen geben kann, um die Ursachen der Straflosigkeit gegen Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger zu überwinden." Die Drohungen gegen Cáceres und andere Mitglieder des COPINH hatten insbesondere seit dem Oktober 2015 im Zusammenhang mit ihrem Widerstand gegen das Staudammprojekt Agua Zarca wieder zugenommen. Vertreter der indigenen und sozialen Bewegungen in Honduras sowie ihre Familie vermuten daher die Täter im Umfeld der verantwortlichen Firma DESA.

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