Berlin. - Die beiden international hoch angesehenen Menschenrechtsaktivistinnen Jacqueline Moudeina aus dem Tschad und Sunitha aus Indien Krishnan gehören zu den Preisträgern des Deutsch-Französischen Preises für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit, der in Berlin durch die Außenminister von Deutschland und Frankreich verliehen wurde.

"Mit Sunitha Krishnan  und Jacqueline Moudeina  sind zwei Frauen ausgezeichnet worden, die sich in ihren Heimatländern Indien und Tschad mit bewundernswertem Mut und großer Entschlossenheit für Opfer von Gewalt und insbesondere für die Rechte von Frauen und Kindern einsetzen",  würdigte MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon die beiden Preisträgerinnen.

KAMPF GEGEN DIKTATOR HABRE IM TSCHAD

Die Rechtsanwältin Jacqueline Moudeina  ist Präsidentin der tschadischen Menschenrechtsorganisation "Association Tchadienne pour la Promotion des Droits de l’Homme", kurz ATPDH.  Als Anwältin hat sie die Opfer des diktatorischen Regimes von Hissène Habré (1982-1990) vertreten, unter dessen Gewaltherrschaft mindestens 40.000 Menschen ermordet wurden. Jahrelang kämpfte Moudeina dafür, dass Habré für seine Verbrechen vor Gericht gestellt wird. Immer wieder erhielt sie Morddrohungen und verlor bei einem Attentat fast ihr Leben. 2013 konnte der Diktator im Exil im Senegal festgenommen und vor Gericht gestellt werden. Jacqueline Moudeina vertrat die Opfer vor dem Tribunal in Dakar persönlich. "Sie hat entscheidend dazu beigetragen, dass Habré im Mai 2016 wegen schwerster Menschenrechtsverbrechen für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt wurde", so Bröckelmann-Simon.

ZWANGSPROSTITUIERTEN EINE LEBEN IN WÜRDE GEBEN

Sunitha Krishnan ist Gründerin und Direktorin der indischen Frauenrechtsorganisation "Prajwala", die sich aktiv und vieler Widerstände zum Trotz gegen Menschenhandel von Frauen und Kindern und generell gegen sexuelle Gewalt und Ausbeutung engagiert. Die Arbeit setzt an unterschiedlichen Stellen an: Frauen und Kinder werden aus der Zwangsprostitution befreit, ihnen wird Schutz und therapeutische Hilfe zur Verfügung gestellt, es wird Präventions- und Aufklärungsarbeit geleistet. Durch private Grundbildung und soziale Betreuung wird Kindern von Zwangsprostituierten der Weg in die Regelschule geebnet und so verhindert, dass auch sie ins Rotlichtmilieu abrutschen. Das Engagement trägt Früchte: Viele machen erfolgreich ihren Abschluss und haben Arbeit als Angestellte in Krankenhäusern, Warenhäusern und anderen Geschäften gefunden. Prajwala heißt übersetzt "Ewige Flamme". "Und das ist genau das, was wir erreichen wollen", erklärt Sunitha Krishnan. "In den Herzen der Menschen, denen wir mit unserer Arbeit dienen, eine starke, immerwährende Flamme der Würde zu entzünden."

Quelle: misereor.de


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