amerika 21Berlin.- In Brasilien werden fragwürdige Unternehmen und mutmaßlich kriminelle Akteure scheinbar durch Darlehen aus der deutschen Entwicklungszusammenarbeit begünstigt, berichtete das Lateinamerika-Portal amerika21 am Donnerstag. Die Millionenkredite der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) waren bereits Thema bei einem Fachgespräch im Bundestag und parlamentarischen Anfragen. Doch das Entwicklungsministerium unter Leitung von Minister Gerd Müller (CSU) wiegele, laut amerika21 ab.

Man habe keine entsprechenden Informationen und sehe keinen Handlungsbedarf. Trotz entsprechender Hinweise aus dem südamerikanischen Land und Kritik aus den Reihen der deutschen Opposition wolle sich die Bundesregierung mit dem Thema nicht befassen, so amerika21. Grund für die Debatte sind DEG-Kredite für Eukalyptusplantagen des brasilianischen Bergbau- und Forstunternehmens Rima Industrial. Dem von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit einem 17,5-Millionen-Euro-Darlehen geförderte Konzern wird vorgeworfen in den vergangenen Jahren zugleich erheblich Einfluss auf die brasilianische Politik genommen zu haben.

Nach Informationen brasilianischer Medien hat Rima nicht nur den inzwischen wegen Korruption inhaftierten Ex-Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Eduardo Cunha, von der rechtsliberalen Partei PMDB im vergangenen Wahlkampf massiv finanziell unterstützt. Der Konzern soll in der Kampagne 2014 insgesamt rund 3,5 Millionen Reais – etwa eine Million Euro – an mehrere Kandidaten gezahlt haben. Die Nutznießer dieser Geldflüsse gehörten vor allem dem rechtsgerichteten und neoliberalen Lager an, schreibt amerika21. Gegen einige der Profiteure laufen inzwischen Verfahren wegen Geldwäsche, fast alle waren, laut amerika21 in den parlamentarischen Putsch gegen die demokratisch gewählte Präsidentin Dilma Rousseff im Jahr 2016 verstrickt.

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Quelle: amerika21.de/


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