gemeinsam für afrikaBerlin. - Sechs Millionen Menschen sind im Südsudan dem Hunger schutzlos ausgeliefert. In Kenia, Somalia und Äthiopien brauchen insgesamt mehr als 17 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe, darunter mehr als 680.000 Schwangere. Darauf hat das Bündnis Gemeinsam für Afrika am Mittwoch aufmerksam gemacht.

Die Schwangeren gehören gemeinsam mit Kindern, alleinerziehenden Müttern oder älteren Menschen zur gefährdetsten Gruppe und leiden besonders unter der extremen Dürre. Am häufigsten sterben Mütter bei der Entbindung, wenn sie nicht rechtzeitig in ein Krankenhaus kommen. Neben Klimawandel oder bewaffneten Konflikten ist der Hunger auch durch wirtschaftliche und soziale Probleme bedingt. Wer kann, der flieht.

FRAUENFÖRDERUNG BRINGT DIE GESAMT GESELLSCHAFT VORAN 

"Die Gründe für Flucht sind Verfolgung, Krieg, Perspektivlosigkeit und letztlich Hunger. Das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA setzt sich neben der akuten Nothilfe auch mit langfristigen Maßnahmen für die notleidenden Menschen ein, etwa durch Bildungsarbeit oder Projekte, die Frauen als Wirtschaftsakteure stärken", so Susanne Anger, Sprecherin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA. "Denn Frauen zu fördern, bedeutet die Familie und letztlich die gesamte Gemeinschaft voran zu bringen." Mehr als 20 Hilfs- und Entwicklungsorganisationen haben sich im Verbund zusammengeschlossen und unterstützen durch nachhaltig angelegte Projekte insbesondere Frauen und Kinder in den betroffenen Gebieten, um den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Durch Bildung, Aufklärung oder neue wirtschaftliche Perspektiven in Form von Mikrokrediten wird den Frauen und ihren Familien der Rücken gestärkt.

"Das Hauptproblem für die Menschen sind sicherlich Armut und Mangelernährung. 380 Millionen Menschen in Afrika müssen von weniger als 1,25 Dollar am Tag leben“, berichtet Susanne Anger.  "Aber auch die patriarchale Gesellschaft trägt ihren Teil bei." Viele Kinder zu haben, ist in vielen Regionen Afrikas auch eine Altersvorsorge. Ein funktionierendes Pensions- und Sozialsystem existiert meist nicht. Gegenwärtig liegt die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau in Afrika bei 4,7. Das ist zwar um ein Drittel weniger als in den 1970er-Jahren - aber immer noch doppelt so hoch wie im weltweiten Schnitt. In Kenia etwa liegt das Verhältnis zwischen Geburten und Todesfällen bei 34 zu 8.

Quelle: gemeinsam-fuer-afrika.de


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