malteser internationalKöln. - "Liebe und Frieden" – das ist das Motto der Papstreise nach Myanmar, die am Sonntag beginnt. Als "Diener des Friedens", heißt es aus dem Vatikan, reist Papst Franziskus zunächst nach Myanmar und anschließend in das Nachbarland Bangladesch. Auch Malteser International hofft, dass der Papst mithelfen kann, den Dialog zwischen den Volksgruppen im mehrheitlich buddhistisch geprägten Land wieder in Gang zu bringen. Seit 16 Jahren kümmert sich Malteser International um die Gesundheit kranker und armer Bevölkerungsgruppen in Myanmar.

Bereits zu Zeiten der Militärdiktatur war es der katholischen Hilfsorganisation als einer von wenigen möglich, sich um notleidende Menschen zu kümmern. Nach wie vor hilft Malteser International Menschen in den Grenzgebieten Myanmars, wie zum Beispiel den buddhistischen Rakhine oder Angehörigen der staatenlosen muslimischen Minderheit Rohingya. Im nördlichen Rakhine Staat, in dem die meisten Rohingya leben, musste die Arbeit vorerst unterbrochen werden. Seitdem konnten nur kleinere Nothilfemaßnahmen durchgeführt werden: Beispielsweise verteilten Mitarbeiter von Malteser International Kleidung und Hygieneartikel an alle betroffenen Bevölkerungsgruppen und unterstützten an zwei Tagen mobile Kliniken in der Region.

Mehr als 135 ethnische Gruppierungen leben in Myanmar. Seit August kam es zu gewaltsamen Konflikten zwischen dem Militär und Rebellengruppen der muslimischen Minderheit. "Bei unserer Arbeit steht die Hilfe für den einzelnen, zum Beispiel kranken oder unterernährten Menschen im Vordergrund. Wir helfen nach den humanitären Prinzipien der Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Neutralität. Wenn Gewalt dazu führt, dass sich niemand um die Bedürftigen kümmern kann, ist das dramatisch. Besonders wichtig ist es nun, den Dialog zu fördern und Vertrauen zwischen allen Bevölkerungsgruppen wieder aufzubauen", erklärte Ingo Radtke, Generalsekretär von Malteser International.

In Bangladesch versorgt Malteser International mit einem lokalen Partner rund 15.000 Flüchtlinge aus Myanmar in zwei Basisgesundheitsstationen. Rund 600.000 Angehörige der muslimischen Minderheit sind in den vergangenen Monaten nach Bangladesch geflohen. Am Donnerstag einigten sich die Regierungen von Bangladesch und Myanmar auf ein Abkommen zur freiwilligen Rückkehr der Flüchtlinge nach Myanmar. Sollten viele Flüchtlinge die Möglichkeit nutzen und in ihr Heimatland zurückkehren, stehen die Mitarbeiter von Malteser International bereit, um die Menschen auch dort zu versorgen.

Quelle: www.malteser-international.org 


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