WWFFrankfurt a.M. (epo). - Wirksamer Naturschutz muss die Menschen vor Ort mit einbeziehen und ihnen auch eine wirtschaftliche Perspektive bieten. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF), die anlässlich der 8. Konferenz zur Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) vom 20. bis 31. März in Curitiba/Brasilien veröffentlicht worden ist. "Pandas, Gorillas oder Tiger retten - das heißt nicht nur, eine bedrohte Arte vor dem Aussterben zu schützen, sondern auch, Armut zu bekämpfen", erklärte der WWF.

"Verlust an Lebensräumen und natürlichen Ressourcen bedroht nicht nur die Artenvielfalt, sondern trägt auch zur Verarmung der örtlichen Bevölkerung bei. Entwicklungszusammenarbeit und Naturschutz müssen daher Hand in Hand arbeiten", forderte WWF-Experte Roland Melisch. "Bedrohte Arten haben nur gemeinsam mit den armen Menschen in ländlichen Regionen eine Chance!"

Der WWF fordert von den Teilnehmerstaaten der CBD, Naturschutzvorhaben auch als konkrete Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit zu begreifen und in das Portfolio der Entwicklungspolitik aufzunehmen. Die WWF-Studie zeigt, dass ausgewogene Nutzungsrechte nicht nur das Einkommen der armen Bevölkerung fördern, deren Lebensunterhalt oft direkt vom Naturraum abhängt, sondern dass sie ihnen auch Zugang zu Wasser, Gesundheit und Bildung bieten. Auch die Rechte der Frauen würden oftmals verbessert, so der WWF.

Meeresschildkröten stellten für die örtliche Bevölkerung in Tortuguero/Costa Rica inzwischen mehr Wert dar als es Schildkrötenfleisch und -eier jemals hatten, so die Studie. Durch kontrollierten Ökotourismus sei in den vergangenen 30 Jahren sowohl die Anzahl der Schildkröten als auch die der Touristen stetig gestiegen.

In Nepal, so ein anderes Beispiel, setzt sich der WWF für Gemeinde-Nutzungsrechte des Waldes ein, so dass die Bevölkerung nun nachhaltig Holz sammeln kann. Für die Menschen vor Ort gewinne der Wald dadurch an Wert: "Sie erhalten ihn und damit auch den Lebensraum für den gefährdeten Königstiger."

Die Konvention über die biologische Vielfalt umfasst den Schutz der Arten, der genetischen Ressourcen und der Lebensräume. Der WWF erwartet von der Konferenz, dass wirksame Maßnahmen und deren ausreichende Finanzierung festgelegt werden, damit der Rückgang der weltweiten biologischen Vielfalt bis 2010 deutlich verringert wird und Schutzgebiete dauerhaft gesichert werden können.

WWF


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