Frankfurt/Aachen (epo.de). - Mit Indien präsentiert sich bei der Frankfurter Buchmesse (4. bis 8. Oktober) ein altes Kulturland als Gast, das zudem seit Jahren zu den am schnellsten wachsenden Ökonomien der Welt zählt. Die eindrucksvollen Wachstumsraten verdrängten aber die Tatsache, dass mehr als ein Drittel der rund eine Milliarde Einwohner Indiens noch immer unterhalb der Armutsgrenze lebt und vier von zehn Indern Analphabeten sind, erklärte das katholische Hilfswerk MISEREOR.

"Indien muss jetzt dringend den ökonomischen Aufschwung und die Gestaltungschancen, die sich daraus ergeben, für eine nachhaltige Entwicklung nutzen", mahnte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer. Zwar sei das rasante Wirtschaftswachstum auch jetzt schon ein Segen für Indien und ein Grund dafür, dass der prozentuale Anteil von Armen an der Bevölkerung gesunken sei. Dies könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Ungleichheit in vielen Bereichen sogar weiter verschärfe. "Noch immer sind große Teile der indischen Bevölkerung vom wachsenden Wohlstand und den Bildungschancen ausgeschlossen", sagte Sayer. So liege etwa die Alphabetisierungsquote bei nur 61 Prozent.

"Verbesserte Bildungschancen und eine größere Chancengleichheit im Bildungssystem sind aber ein wichtiger Schlüssel zur Armutsbekämpfung", hob Sayer hervor. Er forderte, insbesondere die indigene Bevölkerung und Kastenlose gezielt zu unterstützen. Zudem müsse die Benachteiligung von Frauen beseitigt werden. "Unsere Erfahrungen zeigen, dass Frauen oftmals das Gemeinwohl stärker im Blick haben als Männer." Die Förderung von Frauen wirke sich daher positiv auf die soziale Situation der Familien und die Entwicklung der Dorfgemeinschaften aus, wie die von MISEREOR unterstützten Bildungsprojekte für indigene und kastenlose Frauen zeigten.

MISEREOR


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