Banner
Germanwatch: Elektronikbranche muss nachhaltiger werden

Germanwatch: Elektronikbranche muss nachhaltiger werden

Berlin (epo.de). - Zum Start der 50. Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin (3. bis 8. September) hat die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch Unternehmen und Verbraucher dazu aufgerufen, verstärkt auf Nachhaltigkeit zu achten. Der anhaltende Boom im Elektroniksektor verschärf...

Pakistan: Armut wird um ein Drittel zunehmen

Pakistan: Armut wird um ein Drittel zunehmen

Frankfurt (epo.de). - In Pakistan wird aufgrund der Folgen der Flukatastrophe die ohnehin gravierende Armut um ein Drittel zunehmen. Das befürchtet der pakistanische Arzt und Leiter der unabhängigen Gesundheitsorganisation HANDS, Dr. Tanveer Ahmed. Die unzureichende Hilfe sei zudem eine Bedrohung ...

ÖNZ fordert Wahrheits-Kommission für Zentralafrika

ÖNZ fordert Wahrheits-Kommission für Zentralafrika

Berlin (epo.de). - Das Ökumenische Netz Zentralafrika (ÖNZ) hat die Einrichtung einer unabhängigen Wahrheits- und Versöhnungs-Kommission für die zentralafrikanische Region gefordert. Dies müsse die Konsequenz eines bislang unveröffentlichten UN-Berichtes über Kriegsverbrechen in der Demokrat...

Chile schützt Humboldt-Pinguine

Chile schützt Humboldt-Pinguine

Hamburg (epo.de). - Der Energiekonzern Suez Energy muss einen neuen Standort für sein in der Region Coquimbo in Chile geplantes Kohlekraftwerk suchen. Das hat der chilenische Präsident Sebastián Piñera entschieden. Wie die Hamburger Umweltorganisation "Rettet den Regenwald" berichtete, liegt der...

Wasser-Tankstellen sollen Versorgung in Uganda verbessern

Wasser-Tankstellen sollen Versorgung in Uganda verbessern

Eschborn (epo.de). - Mit Hilfe einer High Tech-Zapfstelle soll die Bevölkerung in Uganda billiger und sicherer mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. In der Hauptstadt Kampala testet die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) jetzt den Betrieb von elektronischen "Wasser-Tanks...

epo.de Schlagzeilen

Follow me on twitter

Free Rice

free rice
Startseite Wirtschaft Landwirtschaft Gen-Soja in Argentinien zerstört Wälder und erhöht Chemieeinsatz
Gen-Soja in Argentinien zerstört Wälder und erhöht Chemieeinsatz PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Donnerstag, den 20. Januar 2005 um 01:00 Uhr
Hamburg (epo). - Die jährliche Ausweitung der argentinischen Sojaproduktion für den Export fördert die Waldzerstörung und verringert die Selbstversorgung des Landes mit Lebensmitteln. Der Anbau genmanipulierter Soja verstärkt zudem den Pestizideinsatz. Das sind die Ergebnisse einer Studie, die der US-Agrarwissenschaftler Dr. Charles Benbrook im Auftrag von Greenpeace durchführte. 50 Prozent des nach Europa importierten Sojaschrots stammt aus Argentinien und wird hier als Tierfutter in der Milch-, Fleisch- und Eierproduktion verwendet. 99 Prozent der argentinischen Soja sei genmanipuliert, so Greenpeace.

"Europäische Produzenten von Milch, Fleisch und Eiern, die Soja an ihre Tiere verfüttern, profitieren von der ökologischen und sozialen Misere in Argentinien", erklärte Carmen Ulmen, Gentechniksprecherin von Greenpeace. "Statt auf Gen-Soja sollten sie auf gentechnikfreie Soja setzen, für deren Anbau zudem keine Wälder oder andere wertvolle Ökosysteme zerstört wurden. Milchvieh kann alternativ auch mit europäischem Raps gefüttert werden."

Benbrook untersuchte in seiner Studie die massive Veränderung der Landnutzung in Argentinien. Die Anbaufläche für - anfangs mehr konventionelle, heute fast ausschließlich genmanipulierte - Soja hat sich demnach im Zeitraum von 1996 bis 2004 von 6,7 auf 14,2 Millionen Hektar mehr als verdoppelt. Seit 1996 seien 2,37 Millionen Hektar Wälder und Savannen für Sojaanbau gerodet worden - 41 Prozent der neuen Soja-Flächen. In den Wäldern lebende Völker würden vertrieben, die Heimat von Jaguaren, Affen, Pumas und seltenen Vögeln zerstört.

Die Ausweitung der Sojaflächen erstreckte sich der Studie zufolge zu 59 Prozent auf zuvor für die nationale Lebensmittelproduktion genutzte Weide- und Ackerflächen. Die Eigenproduktion von Milch, Fleisch, Kartoffeln, Erbsen, Linsen und Bohnen sei seither rapide gesunken. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft werde abgelöst durch exportorientierte Großindustrie. "Mit der zunehmenden Abhängigkeit vom Soja-Export verliert das Land seine Nahrungsmittel-Souveränität", so Ulmen.

"Entgegen den Versprechen des US-Saatgutkonzerns Monsanto führt der Anbau von Gen-Soja zu einem verstärkten, nicht verminderten Einsatz von Pflanzenvernichtungsmitteln", sagte Ulmen. Laut der Studie von Benbrook hätten argentinische Bauern, die Gen-Soja anpflanzen, im Anbaujahr 2003/04 58 Prozent mehr Glyphosat pro Hektar gespritzt als im ersten Gen-Soja-Anbaujahr 1996/97. Gleichzeitig verfünfundreissigfachte sich die Anbaufläche für Gen-Soja, so dass sich der Gesamtverbrauch an Glyphosat ver-56-fachte. Monsanto komme das nicht ungelegen: 2004 erwirtschaftete der Konzern 27,7 Prozent seines Gewinns allein mit dem Herbizid Glyphosat.

Die Gen-Soja "Roundup Ready" von Monsanto überlebt das Spritzmittel Glyphosat (Handelsname "Roundup"), während alle anderen Pflanzen absterben sollen. Der jährliche Einsatz des gleichen Herbizids beschleunige jedoch die Ausbreitung einzelner Wildpflanzen, die gegen dieses Spritzmittel toleranter sind und fördere die Entwicklung resistenter Wildpflanzen. Diesen Effekt habe Benbrook in zahlreichen Studien auch für Gen-Soja in den USA aufgezeigt.

? Greenpeace

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 23. April 2008 um 10:18 Uhr
 

0 Comments

Add Comment