Reisanbau auf den PhilippinenBerlin (epo.de). - Der Agrarministergipfel der G8 am Wochenende in Italien soll endlich die Ursachen der Ernährungskrise bekämpfen und die Vorschläge des Weltagrarberichtes der Vereinten Nationen umsetzen. Das katholische Entwicklungshilfswerk MISEREOR appellierte am Donnerstag anlässlich des Gipfels an die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, sich dementsprechend für mehr Investitionen in ökologische Landwirtschaftsmethoden, eine Stärkung der Kleinbauern und die Förderung lokaler Märkte für Nahrungsmittel einzusetzen.

“Der viel beachtete Bericht des UN-Weltagrarrates hat zwei Dinge sehr deutlich gemacht”, sagte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer. “Erstens: landwirtschaftliche Produktivitätssteigerung per se ist kein Garant für Ernährungssicherheit. Zweitens: damit die Menschen auf Dauer genug zu essen haben, ist die Nahrungsproduktion für die nationalen Märkte wichtig.”

MISEREOR befürchtet, dass die Agrarminister der acht reichtsten Industrienationen (G8) die Erkenntnisse des UN-Weltagrarberichtes nicht genügend berücksichtigen und stattdessen “zukünftige Preissteigerungen für Lebensmittel über eine Produktivitätssteigerung mit industriellen Landwirtschaftsmethoden vermeiden wollen”. Im Vorfeld des Treffens werde zudem vermisst, dass die Abhängigkeit vieler Entwicklungsländer von Nahrungsmittelimporten nicht in Frage gestellt wird.

PREISSTEIGERUNGEN HELFEN NUR KONZERNEN

“Die Abhängigkeit vom Weltmarkt hat im letzten Jahr dazu geführt, dass arme Konsumenten in Entwicklungsländern unter den hohen Weltmarktpreisen für Nahrungsmittel leiden mussten. Die Kleinbauern, auf der anderen Seite, konnten von den gestiegenen Preisen kaum profitieren”, so Josef Sayer. Für eine effektive Hungerbekämpfung sei es höchste Zeit, von der Strategie der Ernährungssicherung über den Weltmarkt zu einer Strategie der Förderung lokaler Märkte und kleinbäuerlicher Landwirtschaft zu wechseln.

Die neuerliche Anerkennung der wichtigen Rolle der Kleinbauern durch einige der G8 Regierungen, unter anderem auch durch Deutschland, sei zu begrüßen, so MISEREOR. Doch müssten auch die Fördermaßnahmen, die für die Kleinbauern den meisten Erfolg versprächen, größere Beachtung finden.

“Der Weltagrarbericht ist hier aufschlussreich: Technologien wie Hochertragssaatgut, Agrarchemikalien und Mechanisierung haben in den letzten 40 Jahren den Bessergestellten in der Gesellschaft gedient, sowie transnationalen Unternehmen - nicht aber den Armen”, kritisierte Sayer. “Diese Erkenntnis darf nicht unter den Tisch gekehrt werden.”

Stattdessen sollten ökologische Methoden der Landwirtschaft gefördert werden, die nicht nur Produktivitätssteigerung, gesunde Nahrung und Umweltschutz versprächen, sondern auch preiswert seien und damit sinnvoller für Kleinbauern mit wenig Geld.

www.misereor.de


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