Bonn (epo). - Die Sicherheitslage in der sudanesischen Krisenregion Darfur hat sich dramatisch verschlechtert. "Es kommt täglich zu Überfällen auf Lastwagen mit Hilfsgütern", berichtete der Projektleiter der Deutschen Welthungerhilfe in Nord-Darfur, Jonas Wiahl, am Donnerstag nach Bonn. "Die Versorgung der Flüchtlinge ist massiv bedroht." Die wichtigste Verbindungsstraße in Nord-Darfur habe aus Sicherheitsgründen mehrere Tage gesperrt werden müssen.

Beim jüngsten Vorfall wurde ein Konvoi der Deutschen Welthungerhilfe nördlich der Stadt Kutum in Nord-Darfur von elf Männern auf Pferden angegriffen. Die zu Hilfe gerufenen Soldaten der sudanesischen Regierung vertrieben die Angreifer. Bei dem Schusswechsel wurde niemand verletzt.

Die Deutsche Welthungerhilfe kritisiert, dass der Einsatz der Truppen der Afrikanischen Union (AU) bislang ohne sichtbare Wirkung geblieben sei. Zur Zeit umfasst die AU-Mission in Darfur rund 750 Sicherheitskräfte, Beobachter und Verwalter. "Es sind keine Soldaten in den Flüchtlingslagern, um für Schutz und Sicherheit zu sorgen", sagte Wiahl.

Die Hilfsorganisation forderte die deutsche Regierung dazu auf, sich für einen effektiven Einsatz der AU-Truppen einzusetzen. Neben der Versorgung der Flüchtlinge dürfe auch das Ziel nicht aus den Augen verloren werden, die Menschen wieder in ihre Heimatdörfer zurückzuführen, damit sie sich wieder selbst versorgen können. "Ohne Schutz und Sicherheit ist keine geordnete Rückführung möglich", sagte Wiahl. "Die Menschen in Darfur leben noch immer in Angst und Schrecken."

Die Deutsche Welthungerhilfe bittet um Spenden für die Flüchtlinge in Darfur:
Kontonummer 1115, Sparkasse Bonn BLZ 380 500 00, Stichwort: Sudan

 Deutsche Welthungerhilfe


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