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Bonn (epo.de). - In der Wa-Region in Myanmar (Birma) droht ein neuer Krieg zwischen Rebellen und Regierungstruppen. Soldaten rekrutierten einfache Dorfbewohner zum Tragen von Lasten und Munition, berichten die Salesianer Don Boscos aus der Grenzregion zu China. Die zunehmende Eskalation der Lage zwinge die Salesianer, ihre 28 Mitarbeiter aus der Gegend abzuziehen. Die Ordensleute versuchen seit 1991 in der unwegsamen Region ein Grundschulsystem zu etablieren.

"Kampfhandlungen zwischen Rebellenarmeen und Regierungstruppen stehen unmittelbar bevor", fürchten die Salesianer Don Boscos. Die Don Bosco Mission in Bonn finanziert deshalb den Abzug von 28 Ordensleuten und birmanischen Freiwilligen, die aus der Hauptstadt oder anderen größeren Städten des Landes in die Grenzregion kamen, um Schüler zu unterrichten. Nur ein Priester der Salesianer werde vor Ort bleiben.

Den Berichten aus Myanmar zufolge werden einfache Dorfbewohner von den Regierungstruppen zum Tragen von Lasten und Munition rekrutiert. Manche würden auch gezwungen, vor den Militärkolonnen her zu marschieren, um zu "testen", ob die Wege vermint sind.

Der Wa-Staat war eines der größten Opiumanbaugebiete der Welt. Mit dem Anbauverbot verloren die Menschen in den 1990er Jahren ihre Existenzgrundlage. Es gibt bis heute kaum Schulen und Krankenhäuser. Die Don Bosco Einrichtungen garantierten bislang mehr als 700 Kindern eine Grundschulbildung.

Das International Relations and Security Network (ISN) berichtete am Freitag, die Militärjunta provoziere im Vorfeld der für 2010 geplanten Wahlen in der Grenzregion zu China neue Konflikte mit ethnischen Minderheiten. Ende August überrannte das Militär das Territorium der Myanmar National Democratic Alliance Army im Nordosten Myanmars und zwang mehr als 35.000 Menschen zur Flucht. Der Rebellengruppe, die sich mehrheitlich aus Kokang-Chinesen rekrutiert, werden Drogengeschäfte nachgesagt.

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Der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Andrej Mahecic, schätzte die Zahl der Menschen, die aus dem Shan-Staat in die chinesische Provinz Yunnan flohen, am 28. August in Genf auf 10.000 bis 30.000.

Um zu beweisen, dass die Rebellengebiete unter staatlicher Kontrolle sind, lud die Militärjunta Anfang September 50 internationale Diplomaten und Journalisten in die Region Kokang an der chinesischen Grenze ein. Wie Reuters berichtete, kontrollierten tausende Soldaten und Polizisten die Straßen, Bars und Läden blieben geschlossen. In der Region wächst die Besorgnis, dass die Armee eine Offensive gegen die United Wa State Army (UWSA) startet, die rund 20.000 Kämpfe

Reuters zufolge haben die Rebellengruppen der Kokang und Wa im mehrheitlich chinesischen geprägten Shan-Staat kein Vertrauen in die Versprechungen des Militärregimes, das 2010 die ersten demokratischen Wahlen seit 1990 durchführen will. Das Regime bot Rebellen, die in eine Entwaffnung einwilligen, die Integration in eine staatliche Grenztruppe und den Status einer autonomen Region an.

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