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UNICEF-Bericht zur Umsetzung der Millenniumsziele

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Süd-Süd-Kooperation und westliche Hilfe: von- und miteinander lernen?

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Niebel verstärkt Kooperation mit der Wirtschaft

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Germanwatch: Elektronikbranche muss nachhaltiger werden

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Pakistan: Armut wird um ein Drittel zunehmen

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Startseite Umwelt Artenschutz Studie: Europa proftiert von Vorreiterrolle beim Klimaschutz
Studie: Europa proftiert von Vorreiterrolle beim Klimaschutz PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Dienstag, den 03. November 2009 um 11:24 Uhr
recipeBerlin (epo.de). - Ein wirksamer Klimaschutz zu geringen Kosten ist nur bei unverzüglichem Handeln zu erreichen. Europa kann von einem rechtzeitigen Einstieg in einen umfassenden Klimaschutz sogar im Alleingang durch deutlich niedrigere Kosten profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Finanzdienstleisters Allianz SE, der Umweltstiftung WWF, des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und vier weiterer europäischer Forschungsinstitute im Vorfeld des Klimagipfels in Kopenhagen.

Die Wissenschaftler verglichen für ihre RECIPE Studie (Report on Energy and Climate Policy in Europe) drei energieökonomische Modelle und leiteten daraus Handlungsempfehlungen für die Klimapolitik ab. Für Europa untersuchte RECIPE die vier CO2-intensiven Wirtschaftssektoren Energie, Industrie (Zement und Stahl), Transport und Verkehr sowie Landwirtschaft und zeigt Reduktionspfade auf.

"Der Schlüssel für einen bezahlbaren Klimaschutz sind verbindliche und umgehend wirksame politische Rahmenbedingungen für das kommende Jahrzehnt", fasste Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Vermeidungsstrategien des Weltklimarats (IPCC), das Ergebnis der RECIPE Studie zusammen. "Klimaschutz ist wirtschaftlich verträglich und machbar. Für Europa macht sich der rechtzeitige Einstieg in einen umfassenden Klimaschutz sogar im Alleingang durch deutlich niedrigere Kosten bezahlt."

Werden die Kosten des Klimaschutzes und das Wirtschaftswachstum miteinander verrechnet, ergibt sich der Studie zufolge für Europa bis 2050 eine Wachstumsverzögerung von etwa einem Jahr. Das ohne die Kosten des Klimaschutzes prognostizierte Wohlstandsniveau würde statt 2050 somit 2051 erreicht. Dabei seien die drohenden, aber so vermiedenen Kosten durch Klimaschäden noch nicht berücksichtigt. Wird das kommende Jahrzehnt nicht genutzt, steigen laut RECIPE nicht nur die globalen CO2-Minderungskosten. Die Chance, die gefährlichen Folgen des Klimawandels noch aufhalten zu können, sinkt erheblich. Nach 2020 schließt sich das Handlungsfenster für ambitionierten Klimaschutz ganz.

ANREIZE FÜR INVESTOREN SCHAFFEN

Um den Regierungen bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen als Orientierung dienen zu können, berechnete RECIPE mögliche Kostenverteilungen des Klimaschutzes für sechs Weltregionen. Konkrete CO2-Minderungspfade für die Regionen sollen verlässliche Rahmenbedingungen bilden, um ausreichend Anreize für die notwendigen Investitionen in neue Technologien, aber auch für Forschung und die Transferleistungen in Schwellenländer zu setzen. Allein für einen kostenoptimierten Umbau des Energiesektors, so die Studie, müssten bis 2030 die Investitionen in emissionsarme Technologien auf jährlich 400 bis 1.000 Milliarden US-Dollar steigen. Der überwiegende Teil dieser Investitionen müsste von den Finanzmärkten und der Industrie bereitgestellt werden.

Allianz SE und WWF betonen die herausragende Bedeutung von Investitionen bei der Transformation in eine kohlenstoffarme Wirtschaft. "Es gibt keinen anderen Markt, der in den nächsten zehn Jahren ein so sprunghaftes und nachhaltiges Investitionswachstum benötigt und auch erleben wird, wie der Klimaschutz und die Dekarbonisierung der Wirtschaftsprozesse", sagte Joachim Faber, Vorstandsmitglied der Allianz SE und Vorstandsvorsitzender der Allianz Global Investors. "Voraussetzung für die Investitionsbereitschaft unserer Kunden sind jedoch verlässliche Rahmenbedingungen, die die Regierungen jetzt setzen müssen. Dazu gehören neben verlässlichen Pfaden für die Reduktionsziele marktwirtschaftliche Elemente wie die Versteigerung aller CO2-Zertifikate, der Aufbau eines weltweiten Emissionshandels, die rasche Umsetzung der EU-Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien, die den Investoren verlässliche Einspeisetarife garantiert, und eine Verstärkung der Forschungsförderung in Technologien für den Klimaschutz."

Die Allianz befasst sich aus einem naheliegenden Grund intensiv mit dem Klimaschutz: Im globalen Industriegeschäft seien inzwischen 40 Prozent der Versicherungsschäden klimabedingt, teilte der Finanzdienstleister mit. Und die Tendenz sei steigend.

VORREITERROLLE DER EU GEFRAGT

Die RECIPE zeige, dass es für alle Staaten deutlich weniger kostet, wenn sie jetzt gemeinsam handeln, so Allianz SE und WWF. "Die EU muss im eigenen und im Interesse aller wieder eine Vorreiterrolle einnehmen", forderte Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik des WWF Deutschland. "Forschung, Entwicklung und Industriepolitik müssen mit klaren Prioritäten und Mitteln in Richtung Klimaschutz ausgebaut werden. Dazu gehört ein verbindlicher Klimaschutzplan für den Zeitraum bis 2020, der ein ambitioniertes Emissionsreduktionsziel für Europa festschreibt. Darüber hinaus brauchen wir eine langfristige Strategie, die vom Ziel her plant, um den Aufbau CO2-intensiver Kapitalstöcke zu verhindern und den Klimaschutz nicht in die Sackgasse führt."

Die Industrieländer seien auch gefordert, Entwicklungs- und Schwellenländer zu unterstützen, so ein Ergebnis von RECIPE. "Positiv am EU Ratsbeschluss der letzten Woche ist die Forderung nach einem rechtlich verbindlichen Abkommen und die Erhöhung der Minderungsziele für Industrieländer auf bis zu 95% bis 2050. Die EU legte erstmals Zahlen auf den Tisch, in welcher Höhe sich die Unterstützung an die Schwellen- und Entwicklungsländer sich bewegen wird, hat jedoch die Erwartungen einer konkreten Finanzierungszusage für Schwellen- und Entwicklungsländer nicht erfüllt. Dies war enttäuschend. Die Zahlungen aus öffentlichen Mitteln der EU von 2013 bis 2017 müssten jährlich bei 35 Mrd. Euro liegen, um Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel zu fördern", erklärte Regine Günther.

Die Studie stellt zudem fest, dass weitere Investitionen in den Aufbau CO2-intensiver Infrastruktur wie beispielsweise Kohlekraftwerke ohne CO2-Abscheidungs- und Speichertechnologie (CCS) vermieden werden sollten. "Wir brauchen in Kopenhagen dringend ein verbindliches und wirksames Abkommen, das die Investitionsströme frühzeitig so lenkt, dass die Minderungskosten gering gehalten werden können", so Regine Günther.

www.pik-potsdam.de
www.wwf.de
Tags: Klima :: Wirtschaft
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 09. November 2009 um 15:36 Uhr
 

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