BMZBerlin/Kabul (epo). - Das deutsche Entwicklungsministerium (BMZ) hat Afghanistan 50 Millionen Euro Entwicklungshilfe für das laufende Haushaltsjahr zugesagt. Weitere 30 Millionen Euro würden über das Auswärtige Amt zur Verfügung gestellt, vor allem um den Aufbau der Polizei zu unterstützen, teite das BMZ nach dem Abschluss von Regierungsverhandlungen in Kabul mit.

Die BMZ-Hilfen seien für die Sektoren Grundbildung, Energie- und Trinkwasserversorgung sowie die Förderung der Privatwirtschaft vorgesehen, so das BMZ. "Wir haben bereits jetzt durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit dafür gesorgt, dass mehr als 100.000 Frauen und Kinder an Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Schaffung von Einkommensmöglichkeiten teilnehmen konnten", erklärte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. "Und wir werden unser Engagement für Afghanistan langfristig und nachhaltig fortsetzen."

Mit den von Deutschland zugesagten Mitteln sollen laut BMZ unter anderem eine für die Stromversorgung des Nordostens des Landes und von Kabul wichtige Überlandleitung gebaut sowie ein Wasserkraftwerk rehabilitiert werden. Außerdem werde die Trinkwasserversorgung in Kabul weiter ausgebaut. Dies sei Teil eines gemeinsamen Projekts mit der Weltbank, durch das rund zwei Millionen Einwohnern Kabuls sauberes Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden solle.

Im Bereich der Wirtschaftsförderung sollen nach BMZ-Angaben vor allem Maßnahmen der Berufsbildung für Frauen gefördert werden. Darüber hinaus sollten Beratungsleistungen finanziert werden, um zu eruieren, wie private Investoren angezogen werden können.

Das Auswärtige Amt hat aus Mitteln der humanitären Nothilfe zusätzlich 100.000 Euro für ein Hilfsprojekt der Deutschen Welthungerhilfe im Norden des Landes bereit gestellt. Im Zusammenhang mit Schneeschmelze und starken Niederschlägen kam es dort im Juni zu Überschwemmungen, die erheblichen Schaden verursachten. In zwei Distrikten im Projektgebiet ist die Trinkwasserversorgung wegen Dammbruch oder Brunnenzerstörung zusammengebrochen.

Rund 2.900 Familien sollen über zwei Monate und weitere rund 7.000 Menschen über einen Monat mit Trinkwasser versorgt werden. Weitere 400 Familien in einem durch die Fluten komplett zerstörten Dorf erhalten Nahrungsmittel- und Kleiderhilfe. An einem zerstörten Damm sollen dringend erforderliche Befestigungsmaßnahmen erfolgen. Die im Jahr 2005 von Seiten des Auswärtigen Amtes in Afghanistan erbrachte humanitäre Hilfe erhöht sich damit auf 3,15 Mio. Euro.

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