Wieczorek-ZeulBerlin (epo). - Die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat die Mitgliedsländer der Welthandelsorganisation WTO aufgefordert, sich endlich auf ergebnisorientierte Verhandlungen zu konzentrieren. Vor allem die Industriestaaten müssten Zugeständnisse machen und damit zeigen, dass sie es mit der Bekämpfung der Armut ernst meinen, sagte die Ministerin in Berlin.

"Die Mitgliedsstaaten der WTO hatten sich im Jahr 2001 darauf verständigt, die jetzt laufende Verhandlungsrunde mit vielen Handelsverbesserungen für Entwicklungsländer bis zum Ende des Jahres 2005 zum Abschluss zu bringen. Bisher scheinen die Verhandlungen aber auf der Stelle zu treten. Deshalb fordere ich die Verhandlungspartner auf, endlich den Weg zu substanziellen Ergebnissen zu bahnen", erklärte Wieczorek-Zeul anlässlich der vor der Sommerpause in Genf zuende gehenden Beratungen bei der WTO.

"Vor allem die Industrieländer müssen Schutzzölle für Agrargüter und handelsverzerrende Agrarsubventionen abbauen. Denn nur dadurch können die Industrieländer glaubwürdig deutlich machen, dass sie es mit ihrem Versprechen, zur Bekämpfung der weltweiten Armut beizutragen, auch wirklich ernst meinen", erklärte Wieczorek-Zeul. Jahr für Jahr würden weltweit ungefähr 350 Milliarden US-Dollar für Agrarsubventionen aufgebracht, während gleichzeitig die Höhe der weltweiten Mittel für Entwicklungszusammenarbeit bei 78 Milliarden US-Dollar liege. "Das ist ein krasses Ungleichgewicht, das wir dringend ändern müssen", erklärte die Ministerin.

Vom Abbau handelsverzerrender Agrarsubventionen würden vor allem die Menschen in Entwicklungsländern profitieren, die auf dem Land leben, so Wieczorek-Zeul. Dort lebe auch ein Großteil der Armen - zwei Drittel der 2,5 Milliarden Menschen, die von weniger als zwei US-Dollar am Tag leben müssen. Die Ministerin kündigte an, sie werde sich weiter dafür einsetzen, dass die laufende WTO-Runde zu einem Abschluss komme, der gerechte Welthandelschancen für alle bedeute.

BMZ


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