Blumenpfl?ckerin in Kenia. Foto: TransfairBerlin (epo). - Bundespräsident Horst Köhler und seine Frau Eva Luise haben von Transfair die ersten fair gehandelten Rosen aus Afrika ehalten. Die "fairfleurs" wurden dem Präsidentenpaar in ihrem Gästehaus in Berlin überreicht. Bundespräsident Köhler stellte die Bedeutung des Fairen Handels für die wirtschaftliche Entwicklung und soziale Stabilität Afrikas heraus: "Ich habe die Hoffnung, dass nicht nur ein neues fair gehandeltes Produkt in den Handel kommt, sondern dass insgesamt der Gedanke des fairen Handels weiter verbreitet wird. Deshalb wünsche ich dem Blumenverkauf einen guten Erfolg, ohne die anderen fair gehandelten Produkte zu vergessen."

Die Anwesenheit zahlreicher Botschafter aus Afrika zeigte die zunehmende Bedeutung des Fairen Handels für die afrikanischen Länder. Norbert Dreßen, Vorstandsvorsitzender von Transfair, sagte: "Alle reden davon, die Entwicklung in Afrika zu unterstützen. Durch den Kauf fair gehandelter Produkte kann jeder dazu einen Beitrag leisten. Mit der Einführung der Blumen wollen wir gerade in Afrika ein weiteres Zeichen für ein menschenwürdigeres Leben setzen." Inzwischen gebe es aus Afrika eine Vielzahl fair gehandelter Produkte, außer Blumen auch Kaffee, Tee, Südfrüchte, Wein, Kakao und Schokolade.

Kaiser's Tengelmann verkauft die "fairfleurs" als erste Handelskette bundesweit in rund 500 Märkten. Karl-Erivan Haub, Inhaber der Tengelmann-Gruppe, freute sich vor allem über die hervorragende Qualität der Rosen und erklärte im Vorfeld: "Wir nehmen unsere Verantwortung für Mensch und Umwelt auch in den Herkunftsländern sehr ernst - es ist für uns daher selbstverständlich, die fairfleurs zu unterstützen." Importiert werden die Blumen von der Omniflora Blumen Center GmbH in Neu-Isenburg.

"Die Verbraucher schenken sich und anderen mit den fairfleurs Rosen besonders lange haltbare Blumen und sorgen gleichzeitig dafür, dass vor Ort in Kenia und Tansania Trinkwasserfilter, Moskitonetze zum Schutz vor Malaria, Schulgeld für Arbeiterkinder und vieles mehr finanziert werden kann. Schöner kann man nicht helfen," sagte Transfair-Geschäftsführer Dieter Overath

Mit der Sortimentsausweitung durch die Einführung der "fairfleurs" Rosen sollen neue Verbrauchergruppen angesprochen und der generelle Aufwärtstrend der Fairtrade-Produkte fortgeführt werden. Im ersten Halbjahr 2005 konnte Transfair erneut starke Zuwächse verzeichnen.

Viele Millionen Schnittblumen werden jährlich in Europa vor allem aus Ostafrika, Kolumbien, Ecuador und Israel eingeführt. Deutschland gilt dabei als Weltmeister des Blumenimports. Drei Milliarden Euro gaben die Deutschen 2004 für Blumen aus. Die Arbeitsbedingungen auf den meisten Blumenfarmen werden häufig von niedrigen Löhnen und hohem Einsatz von zum Teil hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln bestimmt.

Um diesen Bedingungen entgegenzuwirken, entwickelte der deutsche Blumenhandel in den 90er Jahren gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften das Flower Label Programm (FLP). Seit 1999 gibt es einen Kriterienkatalog für eine umwelt- und sozialgerechte Blumenproduktion. Diese Blumen werden in Deutschland im Blumenfachhandel vertrieben.

Dank des Engagements von FLP konnte eine zügige Fairtrade-Zertifizierung vieler Blumenfarmen in Ostafrika erfolgen. Zur Zeit sind dort nach Angaben von Transfair 13 Blumenfarmen mit insgesamt rund 20.000 Angestellten im Blumenbereich zertifiziert, weitere sollen folgen. Zusätzlich zu der Erfüllung der Kriterien des FLP profitieren diese Farmen vom Fairtrade-Aufschlag für soziale Projekte.

Transfair vergibt sein Siegel für fair gehandelte Produkte, handelt als unabhängige Siegelinitiative aber nicht selbst mit Waren. Transfair e.V. wird von 38 Organisationen wie z.B. Misereor, Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), UNICEF, BUND und der Verbraucher Initiative getragen und ist Mitglied bei Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) mit Sitz in Bonn, in der die weltweit 20 nationalen Siegelinitiativen zusammengeschlossen sind. FLO ist weltweit der größte Sozialzertifizierer.

Die Omniflora Blumen Center GmbH ist als erster Importeur am Fairen Handel mit Blumen beteiligt. Als einer der ersten deutschen Blumenimporteure habe Omniflora auf den direkten Handel gesetzt und hat so tatkräftig zu einer Verbesserung der Verhältnisse auf afrikanischen Blumenfarmen beigetragen, erklärte Transfair. Omniflora beliefert den Großhandel sowie Einzelhandelsunternehmen in Deutschland, Großbritannien, Österreich, Skandinavien und der Schweiz. Die Direktimporte und eine direkte Versorgung der Rosen nach dem Transport sorgen für eine bessere Qualität und längere Haltbarkeit.

Unterstützt wurde die Einführung der Transfair-Rosen durch die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn.

[Foto: Blumenpflückerin in Kenia. Transfair]

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