itb 60Berlin. - Zum Start der weltgrößten Tourismusmesse ITB in Berlin hat Brot für die Welt die Tourismusbranche aufgefordert, ihrer Verantwortung zur Achtung der Menschenrechte nachzukommen. "Der Tourismus kann positive Entwicklungsimpulse setzen. Besonders in armen Ländern geht er aber oftmals einher mit der Verletzung elementarer Menschenrechte", sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt.

Mit der internationalen Anerkennung der "UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte" liegt eine Orientierung zur Umsetzung von menschenrechtlicher Verantwortung durch Staaten und Unternehmen vor. "Ein Hotel kann knappe Ressourcen wie beispielsweise Wasser nicht für sich allein beanspruchen und der lokalen Bevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgraben, das sie als Trinkwasser benötigt", sagt Antje Monshausen, Tourismusexpertin bei Brot für Welt. Die Reisebranche müsse entlang der gesamten Dienstleistungskette die Menschenrechte achten, beginnend mit dem Transport über den Hotel- und Restaurantbetrieb bis hin zu Aktivitäten.



Etwa 250 Millionen Menschen arbeiten direkt oder indirekt im Tourismus, annähernd die Hälfte von ihnen im informellen Sektor. Milliarden Menschen kommen mit Tourismus in Berührung, die meisten von ihnen reisen jedoch selbst nicht.

"Gerade die Menschen, die nicht vom Tourismus profitieren, leiden besonders unter den Folgen", erklärte Monshausen. Sie verwies auf Vertreibungen, Wasserraub, fehlende Mitbestimmung sowie unzureichenden Schutz für Kinder und Minderheiten. "Hier sind neben den Staaten auch die Unternehmen gefordert, die Rechte der Bevölkerung zu achten." 



Erste Reiseveranstalter gehen nach Angaben von Brot für die Welt mit großem Engagement voran und entwickeln eine Menschenrechtsstrategie, die sie konsequent im eigenen Unternehmen und auch entlang der Lieferkette anwenden. Viele Unternehmen zeigten Interesse, menschenrechtliche Verantwortung zu übernehmen. Die Bundesregierung sei gefragt, mit einem Aktionsplan zur Umsetzung der Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte einen verbindlichen Rahmen für Unternehmen zu schaffen.

Auf der ITB lädt Brot für die Welt - Tourism Watch am 6. März ab 16 Uhr zur Podiumsdiskussion "Menschenrechte konkret – Zur Umsetzung menschenrechtlicher Verantwortung im Tourismus" in die Halle 4.1 ein. Den Tourism Watch-Stand finden Sie ebenfalls in Halle 4.1, Standnummer 218. 

Tourism Watch setzt sich seit Jahren konsequent für nachhaltigen, sozial verantwortlichen und umweltverträglichen Tourismus ein.

www.itb-berlin.de
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