favela education

favela education ist davon überzeugt, daß humanitäre Hilfe so individuell wie möglich erfolgen muß. Individuelle Hilfsmaßnahmen sind im besonderen Maße in der Lage, effektiv und dauerhaft zu wirken, weil sie so die Würde und die Wünsche der Hilfsempfänger respektieren.
Wir haben uns also entschlossen, das Wohl einzelner zu fördern. Es kann nicht ausreichen, sich in der Verantwortung gegenüber den Mitmenschen auf Strukturen und Bürokratie zu verlassen, vielmehr muß sich Hilfsbereitschaft auch in dem Willen artikulieren, selbst und jetzt anderen Menschen so zu helfen wie man Freunden helfen würde.
Die Kritik an Systemen und politischen wie sozialen Verhältnissen ist damit nicht außer Kraft gesetzt. Die Ausschließlichkeit solcher Kritik ändert jedoch weder kurz noch mittelfristig etwas an den Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Deshalb ist Handeln gefordert. Kinder sind das schwächste Glied in der Subsistenzform der Favela und können in den meisten Fällen auf die ausreichende Fürsorge ihrer Eltern nicht rechnen - das gilt vor allem für den Bereich der Schulausbildung. Das Ziel von favela education ist es, so schnell wie möglich ein halbes Dutzend, ein oder vielleicht zwei Dutzend Kinder aus ihrer Zukunftslosigkeit in den Favelas zu befreien und ihnen ein menschenwürdiges und lebenswertes Leben zu ermöglichen.
Um die Kinder nicht aus und ihrem Familienverband und ihrer gewohnten Umgebung der Favela herauszulösen, aber dennoch einen größtmöglichen Einfluß auf sie zu haben, wurde eine Kontaktperson, ein Pate etabliert, der das Vertrauen der Kinder genießt und ihre Entwicklung mit Maßnahmen fördert, die von den Eltern nicht zu erwarten sind, von ihnen gleichwohl gebilligt werden. Der Pate soll die Eltern ergänzen, wo diese versagen oder versagen müssen.
Seine Aufgaben bestehen in der Anmeldung der Kinder in der Schule, Entrichtung der nötigen Gebühren, Beschaffung der Schulkleidung, Hausaufgabenbetreuung, außerschulische Förderungen, Auslieferung der Nahrungsmittelhilfen, Ausflügen in Museen, Attraktionen in der Umgebung etc., Dingen also, von denen die meisten Kinder vorher nur träumen konnten, heute Meilensteine auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft bedeuten.
Wir sind davon überzeugt und durch Erlebnisberichte der Kinder auch bestätigt, daß der persönliche Bezug wesentlich ist, um die Kinder und ihre Familien zu motivieren, ihre Chance auf ein besseres Leben zu ergreifen und zu nutzen. Vorwiegendes Ziel von favela education ist es nicht, Überlebenshilfe zu ermöglichen, sondern eine echte Chance gemessen an den Werten zu gewährleisten, die wir auch für uns selbst reklamieren; favela education fühlt sich der Erziehung und der Bildung von Kindern und Jugendlichen verpflichtet.
favela education finanziert sich ausschließlich aus Spenden; das Spendenaufkommen für 1997 liegt bei ca. DM 45.000,-, was den geförderten Kindern und dem Mitarbeiter gemäß der Zielsetzung des Vereins ausreichend Unterstützung gewährt. Das Fördervolumen pro Kind liegt bei DM 4.000,-- pro Jahr, für 1998 haben wir uns vorgenommen, von den zur Zeit sechs auf dann zehn geförderte Kinder zu kommen, was damit auch die Kapazitätsgrenze des Mitarbeiters beschreibt.
Adresse:
Favela education e.V.
Thomas Schönauer
Weberstr. 6
40215 Düsseldorf
Tel.: 0211 34 34 43