deutsche bank 81Frankfurt. - Die Deutsche Bank will die Erweiterung des Kohle-Hafens am Great Barrier Reef vorerst nicht finanzieren. Wie der Sydney Morning Herald am Freitag berichtete, sieht die Bank derzeit keine Grundlage für eine Finanzierung, da Uneinigkeit zwischen der australischen Regierung und der UNESCO über die Umweltfolgen bestehe.

"As there is clearly no consensus between the Australian government and UNESCO regarding the impacts of the Abbot Point expansion on the reef we will not consider financial applications of an expansion," zitiert der "Herald" Bank-Vorstand Jürgen Fitschen.

Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald hatte am Donnerstag an der Hauptversammlung der Deutschen Bank teilgenommen, zusammen mit Gästen aus Australien. Die NRO "Market Forces" war gemeinsam mit Tony Brown angereist, einem Tourismusbetreiber vom Great Barrier Reef, der außerdem Berater für die Marine-Parkverwaltung ist.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Paul Achleitner, sagte nach Angaben von urgewald: "Wir haben zur Zeit nichts mit diesem Projekt zu tun und werden auch zukünftig nichts mit dem Projekt zu tun haben."

"Wir sind hocherfreut, dass die Deutsche Bank sich dazu durchgerungen hat, 'Nein' zu Abbot Point zu sagen", erklärte Tony Brown. "Über 2 Millionen Menschen besuchen jedes Jahr das Great Barrier Reef. Der geplante massive Ausbau von Abbot Point und die Verklappung des Abraums auf See wäre eine massive Gefahr für dieses sensible Ökosystem aber auch für die viele Gemeinden, die von Tourismus leben." Laut Sydney Morning Herald würde das Projekt die Verklappung von Drei Millionen Tonnen Abraum beinhalten.

"Die Kohleterminals bei Abbot Point sind allerdings Teil eines viel größeren Projekts, zu dem auch die Entwicklung riesiger neuer Kohleminen gehören, wie auch der Bau einer Eisenbahnlinie, um die Kohle von den Minen zum Hafen zu transportieren", warnte die Geschäftsführerin von urgewald,
Heffa Schücking: "Die Entscheidung gegen den Hafenausbau ist daher nur ein erster Schritt. Wir warnen die Deutsche Bank davor sich auch hier zu engagieren."

Die Entscheidung der Deutschen Bank folgte der wochenlangen Kampagne europäischer und australischer Gruppen. Teil der Kampagne waren eine von 200.000 Menschen unterzeichnete Online-Petition sowie hunderte direkt an die Bank gerichtete E-Mails, die sie aufforderten, von dem Projekt Abstand zu nehmen. Außerdem wurde von der Koalition eine ganzseitige Anzeige in der European Financial Times geschaltet, welche die Deutsche Bank dazu aufrief, die Erweiterung von Abbot Point nicht zu finanzieren.

"Finanzinstitute müssen endlich zeigen, dass sie den Schutz des Riffs ernst nehmen", sagte Julien Vincent von Market Forces. "Credit Agricole und Deutsche Bank haben sich nun beide deutlich gegen die Finanzierung dieses Projektes ausgesprochen, das das Great Barrier Reef gefährden würde. Wenn europäische Banken diesen Schritt tun, sollten wir dasselbe von den australischen Banken erwarten können. Wenn wir das Riff erhalten wollen, müssen anderen Banken nachziehen."

"Die Deutsche Bank bleibt wie sie ist: nachhaltig unmoralisch", urteilte die ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie, die zur Hauptversammlung fünf Gegenanträge eingereicht hatte, in denen vergangene Geschäftspraktiken dargelegt wurden. "Diese Fakten sind klare Argumente gegen die Entlastung des Vorstands sowie des Aufsichtsrates und auch gegen die Erhöhung der variablen Vergütung, die mit einer Senkung des Grundgehaltes einhergeht", erklärte ethecon.

www.deutschebank.com
www.urgewald.de
www.marketforces.org.au
www.ethecon.org

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