wvFreetown. - In Sierra Leone müssen alle sechs Millionen Einwohner drei Tage lang zu Hause bleiben. Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden werden vom kommenden Freitag bis Sonntag von Haus zu Haus ziehen, um bislang nicht erfasste Todesfälle zu ermitteln. World Vision unterstützt diese Maßnahme als zwar drastischen, aber notwendigen Schritt im Kampf gegen Ebola. Das hat die Internationale Kinderhilfsorganisation am Donnerstag in Freetown verkündet.

"Diese Ausgangssperre ist eine extreme Maßnahme in einer extremen Situation", erklärte die Landesdirektorin von World Vision Sierra Leone, Leslie Scott. "Wenn wir die Zahl der Neuinfektionen tatsächlich auf null senken wollen, dann müssen wir die gefährlichen traditionellen Bestattungen beenden." Mitarbeiter der staatlichen Behörden planen, mit Hausbesuchen besonders vor diesen traditionellen Bestattungen zu warnen, die eine Hauptursache bei der Verbreitung des Virus sind. Gefährlich ist vor allem die Waschung der Toten, bei der das Ebola-Virus übertragen werden kann.

Nach eigenen Angaben konnte World Vision mit mobilen Bestattungsteams gute Erfolge im Kampf gegen Ebola erzielen. Seit Anfang November 2014 bis 20. März 2015 wurden insgesamt 4681 sichere und würdevolle Beerdigungen durchgeführt. In den betroffenen Gebieten konnte die Zahl der Neuinfektionen signifikant gesenkt werden.

Informationskampagnen in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung  sind zentrales Element der Arbeit von World Vision. Hygiene schützt vor Neuerkrankungen und ermöglicht sichere Bestattungen. Das Wissen um die Gefahren und die Weiterverbreitung des Virus bewahrt Erkrankte und deren Angehörige auch vor einer Stigmatisierung.

Allein in der Woche 9. bis 15. März wurden 55 Neuerkrankungen laut des "National Ebola Response Centre“"registriert. Insgesamt wurden 8,508 Ebola-Erkrankungen und 3360 Todesfälle im Land bestätigt. 3295 Ebola-Patienten konnten geheilt entlassen werden. (Stand: 20. März 2015)

Quelle: worldvision.de


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