Landkarte Naher Osten Syrien Irak 200Aachen. - Anlässlich der dritten Geberkonferenz für syrische Flüchtlinge am Dienstag in Kuwait setzt sich MISEREOR dafür ein, die Zusagen der internationalen Gemeinschaft für die Opfer des Syrienkrieges, Binnenvertriebene und Flüchtlinge auch einzulösen und weitere, großzügige Hilfen für die aufnehmenden Nachbarländer bereit zu stellen. "Die internationale Gemeinschaft muss die Nachbarländer, die die größte Zahl der Flüchtlinge aufnimmt, weiter intensiv unterstützen, damit die Versorgung der Menschen sichergestellt werden kann", so MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon.

"Die Not der Menschen in Syrien und diejenigen, die in die Nachbarländer geflüchtet sind, ist unbeschreiblich, wie ich bei meinen Besuchen dort selbst erlebt habe. Ihnen fehlt es an Allem. Sie brauchen dringend weitere Unterkünfte, Lebensmittel, Kleidung, eine ärztliche Versorgung, die Möglichkeit für die Kinder, zur Schule zu gehen und die Gewissheit, für die Dauer der Flucht und Vertreibung einen sicheren Ort für sich und ihre Familien zu finden", so Bröckelmann-Simon.

Seit vier Jahren flüchtet die syrische Bevölkerung vor Krieg, Gewalt und Zerstörung vor allem innerhalb Syriens und in die Nachbarländer. Dort haben die Menschen sie überwiegend mit großer Solidarität und Toleranz aufgenommen. Nun aber stoßen vor allem kleinere Länder, wie der Libanon an die Grenzen der Möglichkeiten. Die hohe Zahl an Flüchtlingen (mittlerweile sind über ein Drittel der libanesischen Einwohner Flüchtlinge aus Syrien, das bedeutet, dass der Libanon weltweit die höchste pro-Kopf-Flüchtlingsrate hat) führt mittlerweile zu Problemen und Spannungen, wie einer Überlastung der Versorgungssysteme. Krankenhäuser und Schulen sind überfüllt, die Preise für Lebensmittel und Mieten steigen stetig.

Der Krieg in Syrien hat bislang mehr als 200.000 Todesopfer gefordert und zu massiven Fluchtbewegungen mit inzwischen 7,6 Millionen Binnenflüchtlingen geführt (Stand März 2015). Knapp vier Millionen Menschen sind in die Nachbarländer geflüchtet. Die Vereinten Nationen rechnen mit 4,27 Millionen Flüchtlingen bis Ende 2015. Laut dem UN-Sicherheitsrat sind in Syrien mehr als 11,6 Mio. Menschen dringend auf die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und nahezu 10 Mio. auf Nahrungsmittel angewiesen. Allein 5,6 Mio. Kinder brauchen dort dringend humanitäre Hilfe.

MISEREOR achtet bei der Projektarbeit in den Nachbarländern Syriens darauf, dass der Fokus der Hilfe sowohl auf die Flüchtlinge als auch die aufnehmenden Gesellschaften de Nachbarländer gerichtet ist. MISEREOR finanziert Projekte im Bildungsbereich sowie der Grundversorgung und der psychologischen Betreuung für die Menschen in Syrien selbst, sowie in den betroffenen Nachbarländern, wie dem Libanon, Irak, Jordanien und der Türkei. Im Libanon unterstützt MISEREOR u.a. den Schulbesuch für Flüchtlingskinder und die Ausstattung und medizinische Versorgung von Krankenhäusern. Insgesamt hat MISEREOR bis heute im Kontext des Syrienkrieges 60 Projekte in Höhe von über 10,4 Millionen Euro unterstützt.

Bild: © misereor

Quelle: misereor.de 


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