fianKöln. - Die zunehmende Konzentration von Land in den Händen von Agrarkonzernen raubt kleinbäuerlichen Gemeinden in Sambia den Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen. Dies ist laut FIAN ein zentraler Grund für das anhaltend hohe Niveau der Mangelernährung in Sambia. Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation hat anlässlich des Europa-Besuchs des Landrechtsexperten Archie Mulunda aus Sambia kritisiert, dass dieser Trend durch die deutsche und europäische Entwicklungspolitik unterstützt werde.

Die menschenrechtlichen Folgen von Landgrabbing stehen im Zentrum der Vorträge und Gespräche mit Archie Mulunda, der auf Einladung von FIAN Deutschland vom 5. – 19. August 2015 Deutschland und Brüssel besuchen wird.

"Land, das auf Basis von Gewohnheitsrecht genutzt wird, ist die wichtigste Ressource für arme Bevölkerungsgruppen in Sambia", erklärte Archie Mulunda. "Gleichzeitig stehen diese Flächen im Zentrum des Interesses großer Agrarkonzerne aus Industriestaaten." Die sambische Regierung unterstützt sogenannte Investitionen in Land durch ausländische Unternehmen. Sie habe es aber bisher versäumt, die nötigen gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um Verletzungen wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Menschenrechte, wie dem Recht auf Nahrung, in diesem Zusammenhang effektiv vorzubeugen.

Rund zwei Drittel der Bevölkerung Sambias ist in der Landwirtschaft beschäftigt. Gleichzeitig leben 78 Prozent der ländlichen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Gemäß den Vereinten Nationen ist der Anteil der Mangelernährten in den letzten 25 Jahren von 33,8 auf 47,8 Prozent gestiegen.

Deutschland gehört zu den wesentlichen Partnern der Entwicklungszusammenarbeit. Laut einer Studie von FIAN finanziert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die zwei größten Agribusiness-Unternehmen in Sambia. Beide hätten sich in den letzten Jahren riesige Agrarflächen angeeignet, berichtet die Organisation.

Wenig bekannt ist jedoch, dass die Bundesregierung auch Agrarkonzerne in Sambia direkt und über internationale Finanzinvestoren fördert. "Darüber trägt die Bundesregierungen zu Landkonzentration und Zerstörung von ländlichen Arbeitsplätzen bei", erläuterte Roman Herre von FIAN Deutschland. "Infolge riskiert sie, dass das Recht auf Nahrung der betroffenen Bevölkerung verletzt wird."

Archie Mulunda wird während seines Aufenthalts in Deutschland und Brüssel Gespräche mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der EU-Kommission führen.

=> FIAN Informationen - Landgrabbing

Quelle: fian.de


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