g7 germany

Berlin. - Die G7-Arbeits- und Entwicklungsminister haben am Dienstag mit einer Reihe von konkreten Maßnahmen beschlossen, gute Arbeit weltweit zu fördern und nachhaltig die Lebensbedingungen von Millionen Menschen zu verbessern. Auf Einladung von Andrea Nahles, Ministerin für Arbeit und Soziales, und Gerd Müller, Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, haben sich die G7-Minister zu einer zweitägigen Konferenz getroffen, um die Initiative "Action for Fair Production" ins Leben zu rufen.

Die G7-Initiative ist eine unmittelbare Reaktion auf die schlechten Arbeitsbedingungen, die weltweit nach wie vor an der Tagesordnung sind: Jährlich sterben 2,3 Millionen Menschen in der Folge arbeitsbedingter Unfälle und Krankheiten, der wirtschaftliche Schaden beläuft sich auf vier Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Das sind über eine Milliarde Euro pro Jahr.

Bundesministerin Andrea Nahles: "Das Ziel der G7 "gute Arbeit weltweit zu fördern" packen wir jetzt mit Nachdruck an. Es ist höchste Zeit global zu handeln. Auf unsere Nationen entfällt die Hälfte der weltweiten Wertschöpfung. Wir können also sehr viel gemeinsam bewegen. Deshalb haben wir als G7-Ministerinnen und Minister für Arbeit und Entwicklung auf der Konferenz beschlossen, ganz konkrete Projekte auf den Weg zu bringen. Zum Beispiel einen globalen Präventionsfonds den “Vision Zero Fund”, der die Arbeitsbedingungen in Produktionsländern grundlegend verbessern soll. Dabei geht es unter anderem um bessere Arbeitsinspektionen, betriebliche Sicherheitstrainings, besseren Brandschutz und Unterstützung bei der Einführung von Unfallversicherungen."

Entwicklungsminister Müller sagte dazu: "Die heutige Botschaft ist: Die G7 handeln, sie setzen um. Wir werden die Herstellerländer dabei unterstützen, menschenwürdige Arbeit durchzusetzen. Das gilt für die Näherin in Bangladesch genauso wie für den Minenarbeiter im Kongo. Wir werden dafür sorgen, dass die Verbraucher bei uns wissen, ob ihre Kleidung oder ihr Handy nachhaltig hergestellt sind. Wir werden in allen G7-Staaten Bündnisse nach dem Vorbild unseres Textilbündnisses einführen. So werden wir gemeinsam mit der Industrie und der Zivilgesellschaft dafür sorgen, dass die Menschen, die unsere Produkte herstellen, ein Leben in Würde führen können."

Die G7-Arbeits- und Entwicklungsminister setzen mit ihrer am Dienstag verabschiedeten Erklärung die Beschlüsse der G7-Staats- und Regierungschefs in Elmau zur Förderung nachhaltiger globaler Lieferketten um.

Vorschläge aus der Erklärung “Action for Fair Production”:

  • Unternehmen, insbesondere klein- und mittelständische, bei der Kontrolle ihrer Lieferketten im Hinblick auf die Anwendung von international anerkannten Arbeits-, Sozial-, und Umweltstandards unterstützen.
  • Nach dem Vorbild des Textilbündnisses: Bündnisse aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Gewerkschaften fördern zur Umsetzung vereinbarter Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards in allen G7-Ländern.
  • Den globalen Präventionsfonds *Vision Zero Fund* bei der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) umsetzen mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen in ärmeren Produktionsländern zu verbessern (z.B. durch Trainingsmaßnahmen und Unterstützung beim Aufbau von Unfallversicherungen).
  • Herstellerländer bei der Durchsetzung von Umwelt- und Sozialstandards unterstützen und sie darin beraten, besser von globalen Wertschöpfungsketten zu profitieren.
  • Mehr Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher herstellen, um nachhaltigen Konsum zu fördern.
  • Beschwerdemechanismen und Schlichtungsverfahren für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Produktionsländern verbessern, indem die Arbeit der Nationalen OECD-Kontaktstellen in den G7 Ländern optimiert wird.

"Wenn die Bundesregierung wirklich weltweit faire Produktionsbedingungen schaffen will, muss sie ihre Politik der Marktliberalisierung beenden und heimische Unternehmen zu einklagbaren Mindeststandards in der Produktion verpflichten", kommentierte Niema Movassat, Obmann des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung von der Linkspartei, die Ergebnisse des Treffens der G7-Arbeits- und Entwicklungsminister. "Die Einrichtung eines globalen Fonds für Arbeitsschutz, in den die Bundesregierung drei Millionen Euro einzahlen will, wird an den katastrophalen Arbeitsbedingungen in vielen Fabriken von Bangladesch oder Mexiko wenig ändern. Erstens sind die zugesagten Summen lächerlich. Zweitens ist es nicht Aufgabe der Politik, ein ausbeuterisches Produktionssystem notdürftig zu reparieren. Vielmehr müssen die Staaten Unternehmen gesetzlich dazu verpflichten, faire Arbeitsbedingungen in der Produktion zu etablieren."

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Quelle: www.bmz.bund.de


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