bfdwBerlin. - Zwei Milliarden Menschen leiden unter chronischem Vitamin- und Nährstoffmangel. Die Folgen: Sie bleiben in ihrer Lern- und Leistungsfähigkeit weit hinter ihren Potentialen zurück und sind anfällig für Krankheiten. Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt stellt das Problem Mangelernährung in den Mittelpunkt der neuen Spendenaktion. Sie wird unter dem Motto "Satt ist nicht genug" am 1. Advent mit einem zentralen Festgottesdienst in der Marktkirche Hannover eröffnet. Mit dabei sind Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises.

Einen wichtigen Beitrag zur Überwindung von Mangelernährung, so Brot für die Welt, leisten traditionelle Getreide-, Obst- und Gemüsesorten. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Weil alte Sorten auch an die Boden- und Klimaverhältnisse angepasst sind, halten sie Klimaschwankungen, Dürreperioden oder anhaltende Regenfälle besser aus. Brot für die Welt fördert deshalb den Erhalt und die Wiederbelebung traditioneller und nährstoffreicher Kulturpflanzen auf vielen Kontinenten.

"Mangelernährung behindert Entwicklung genauso wie Hunger", sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. "Deshalb brauchen Kleinbauern, die den Großteil der Nahrung produzieren, freien Zugang zu traditionellem Saatgut. Sie müssen es bewahren, vermehren und weitergeben dürfen wie sie es immer getan haben." Das von den Konzernen entwickelte und mit Marktmacht global verbreitete Saatgut verdränge die Sorten- und damit Nahrungsvielfalt und trage zur Mangelernährung wie zur Verarmung vieler Kleinbauern bei.

Projektpartnerin der 57. Spendenaktion ist die indische Wissenschaftlerin und Umweltaktivistin Vandana Shiva. Die Trägerin des Alternativen Nobelpreises hat Ende der 1980er Jahre die Organisation Navdanya ("Neun Samen") ins Leben gerufen. Heute gibt es in vielen Dörfern in 18 indischen Bundesstaaten wieder Saatgutbanken.

Die Predigt am 1. Advent hält Landesbischof Ralf Meister. Er weist darauf hin, dass "das Recht auf Nahrung zu den am häufigsten verletzten Menschenrechten zählt". Daher sei der Kirche das Thema Zukunft der Landwirtschaft ein wichtiges Anliegen und es freue ihn, dass Brot für die Welt die diesjährige Aktion in Hannover eröffne. Christoph Künkel, Vorstandssprecher des Diakonischen Werkes evangelischer Kirchen in Niedersachsen, spannt den Bogen von der 57. Aktion zum Essen in Kindertagesstätten. Von ausgewogener Ernährung in Kitas profitierten einerseits die Kinder, die sich so besser entwickeln könnten, andererseits auch die regionalen Landwirtinnen und Landwirte. Das gelte global wie lokal.

Der zentrale Eröffnungsgottesdienst findet am 29. November in der Marktkirche Hannover statt. Die ARD überträgt den Festgottesdienst von 10 bis 11 Uhr live.

Brot für die Welt, das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland, wurde 1959 gegründet. Wirkliche Hilfe muss dem Armen helfen, sich selbst zu helfen, lautete ein entscheidender Grundsatz, der bis heute gilt. Traditionell ist die Weihnachtskollekte in den rund 14.000 evangelischen Gemeinden für Brot für die Welt bestimmt.

Quelle: www.brot-fuer-die-welt.de 


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