malteser internationalKöln. - Zehntausende Menschen fliehen derzeit vor den vorrückenden syrischen Regierungstruppen an die türkische Grenze. Malteser International verstärkt die Nothilfe für Flüchtende aus Aleppo und Umgebung und verteilt als Erstmaßnahme Decken an die frierenden Menschen. Weitere Verteilungen von Zelten und Hilfsgütern zur Erstversorgung der neu Ankommenden sind geplant. Das teilte die Hilfsorganisation am Freitag in Köln mit.

Assad-treue Regierungstruppen haben die Kontrolle über die Hauptzufahrtsstraße von der Türkei aus nach Aleppo übernommen. Es stehe zu befürchten, dass fortan Hilfsgüter, die über den Grenzübergang Öncupinar nach Aleppo transportiert werden, die Menschen in der umkämpften Stadt nicht mehr erreichen, so die Malteser.

"Das betrifft ganz unmittelbar Projekte von Malteser International. Unser syrischer Partner betreibt in Aleppo Stadt und in der Region medizinische Einrichtungen, das Personal riskiert hier täglich sein Leben, um helfen zu können", berichtete Sid Peruvemba, stellvertretender Leiter von Malteser International.

Trotz der Zusagen auf der Syrien-Geberkonferenz in London am 4. Februar, deutlich mehr Mittel für die Versorgung der Betroffenen des Syrienkonfliktes zur Verfügung zu stellen, gebe es wenig Aussicht auf eine Verbesserung der Situation der Menschen innerhalb Syriens. "Das Aussetzen der Friedensverhandlungen in Genf bedeutet für die Syrer, dass es weiterhin nur geringe Aussicht auf eine politische Lösung des Konfliktes gibt", sagte Peruvemba. "Darüber können auch die auf der Geberkonferenz beschlossenen Hilfszusagen nicht hinwegtäuschen, humanitäre Hilfe kann kein Ersatz für entschlossenes politisches Handeln sein."

Peruvemba fordert: "Im Vordergrund aller Bemühungen muss der ungehinderte Zugang zur notleidenden Bevölkerung stehen. Die Zustände in den belagerten Städten sind unerträglich und die Intensivierung der Bombardierung durch die russische Luftwaffe in den letzten Tagen und Wochen führt zu immer mehr Toten und Verletzten."

Syrische und internationale Hilfsorganisationen trafen sich im Vorfeld der Geberkonferenz am 3. Februar zu in London einem Dialog zivilgesellschaftlicher Organisationen mit Vertretern aus den Regierungsdelegationen. Die syrischen Akteure, die die Hauptlast der Risiken bei der Umsetzung der Hilfsprojekte vor Ort tragen, beklagten die Kurzfristigkeit von Mittelzusagen und mangelnde Flexibilität der Geber.

Malteser International leistet seit 2012 humanitäre Hilfe im Kontext der Syrienkrise und arbeitet in der Türkei, im Nordirak und im Libanon. Gemeinsam mit einer medizinischen Partnerorganisation konnten in Syrien in einem Feldkrankenhaus, einem Kinderkrankenhaus und zwei Basisgesundheitsstationen im vergangenen Jahr fast 75.000 Menschen versorgt werden.

Quelle: www.malteser-international.org 


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