bmzBerlin. - Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufene Textilbündnis zeigt auch in Kambodscha Wirkung. Davon ist Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) überzeugt, der das südostasiatische Land jetzt im Rahmen seiner Asienreise besuchte. Neben der Situation in der Textilindustrie stand die politische Lage vor den Wahlen in Kambodscha im Mittelpunkt des Besuchs.

In Kambodscha beraten deutsche Expertinnen und Experten in mittlerweile rund einem Dutzend Textilfabriken zu den Themen Arbeitsschutz und Arbeitnehmerrechten. Nach dem Vorbild in Bangladesch sollen ein Netzwerk mit Arbeitsinspektoren aufgebaut und weitere Verbesserungen bei den Umwelt- und Sozialstandards in der Textilindustrie in Kambodscha erreicht werden.

"Auch in Kambodscha sehen wir die Erfolge unseres Textilbündnisses, sowohl beim Arbeitsschutz als auch bei den Umwelt- und Sozialstandards", sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). "Mindestlöhne, Unfall- und Krankenversicherung sichern Tausenden von Näherinnen inzwischen eine menschenwürdige Arbeit, von denen sie ihre Familien ernähren und die Kinder zur Schule schicken können. Mit dem Textilbündnis zeigen wir ganz konkret, wie wir mit Entwicklungspolitik die Globalisierung gerecht und fair gestalten können. Die Jeans, die im Einkauf in Kambodscha sieben US-Dollar und bei uns im Laden 70 Dollar kostet, muss der Näherin dort eine Zukunft sichern. Deshalb begrüße ich, dass der Mindestlohn in einem ersten Schritt von 100 auf 140 Dollar im Monat angehoben wurde."

Die Textilindustrie gehört inzwischen zum wichtigsten Wirtschaftszweig in Kambodscha. Auch viele große deutsche Modemarken lassen dort produzieren. "Es ist ermutigend, dass die meisten der großen deutschen Hersteller, die auch in Kambodscha nähen lassen, Mitglied im Textilbündnis sind", sagte Müller. "Zusammen mit unseren Mitarbeitern vor Ort unterstützen sie die Zertifizierung der Fabriken und die Umsetzung von Mindeststandards bei der Produktion. Das ist ein Fortschritt und eine Blaupause auch für andere Produktionszweige in unserer globalisierten Welt."

Neben der Arbeit im Textilbündnis ging es in Kambodscha auch um die schwierige politische Lage vor den Wahlen, nachdem es zu Verhaftungen von Oppositionellen und Mitgliedern von Nichtregierungsorganisationen gekommen ist. Bei einem Treffen mit Premierminister Hun Sen habe Müller seine Besorgnis über die Inhaftierungen zum Ausdruck gebracht und die Einhaltung rechtsstaatlicher Regeln gefordert, teilte das BMZ am Mittwoch in Berlin mit. In Gesprächen mit der Opposition und prominenten Menschenrechtlern habe der Minister die Bedeutung einer aktiven Zivilgesellschaft für die Entwicklung des Landes bekräftigt. Deutschland werde weiterhin eng mit den Nichtregierungsorganisationen für eine gute Zukunft Kambodschas zusammenarbeiten.

Weiterer Schwerpunkt deutscher Entwicklungszusammenarbeit ist neben der Gesundheitsversorgung die ländliche Entwicklung. Rund 17.000 Haushalte in entlegenen Gegenden Kambodschas konnten dank deutscher Unterstützung ihre Einkommenssituation nachhaltig verbessern, so das BMZ. Auf dem Land entstanden in gemeinsamen Projekten über 50 Schulen, Straßen und Infrastruktur für rund eine Million Menschen.

Nach einem Zwischenstopp in Bangkok ist Myanmar die nächste Station der Asien-Reise. Dort sind Treffen mit Präsident U Htin Kyaw und der Friedensnobelpreisträgerin und Außenministerin, Aung San Suu Kyi, geplant.

Quelle: www.bmz.de 


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