unescoBonn. - 263 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit gehen nicht zur Schule. Das geht aus der neuen UNESCO-Studie "Leaving no one behind: How far on the way to universal primary and secondary education?" hervor, die am Freitag veröffentlicht worden ist. Die höchsten Exklusionsraten hat die UN-Organisation in Afrika südlich der Sahara festgestellt. Auch in Ländern, in denen bewaffnetet Konflikte herrschen, ist der Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche häufig nicht gewährleistet. 

Der Untersuchung zufolge haben 61 Millionen Kinder im Grundschulalter (6-11 Jahre), 60 Millionen im unteren Sekundarschulalter (12-14 Jahre) und 142 Millionen im oberen Sekundarschulalter (15-17 Jahre) keinen Zugang zur Schule. Mit der globalen Nachhaltigkeitsagenda hat die Weltgemeinschaft 2015 beschlossen, bis 2030 eine inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung für alle sicherzustellen.

Subsahara-Afrika verzeichnet von allen Weltregionen die höchsten Exklusionsraten, so die UNESCO. Über ein Fünftel der Kinder zwischen 6 und 11 Jahren und ein Drittel der Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren haben keinen Schulzugang. Auch fast 60 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 17 gehen nicht zur Schule. Hauptursachen dafür sind Geschlechterungerechtigkeiten, Wohnort und Armut.

Bewaffnete Konflikte sind eine weitere Herausforderung bei der Sicherstellung des Zugangs zu Bildung. Weltweit leben 35 Prozent (22 Millionen) der Kinder im Grundschulalter, die keinen Zugang zur Schule haben, in Konfliktländern. Im Sekundarschulbereich sind dies 25 Prozent (15 Millionen) der Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren und 18 Prozent (26 Millionen) im Alter zwischen 15 und 17 Jahren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche im oberen Sekundarschulalter keine Schule besuchen, ist fünf Mal so hoch wie für Kinder zwischen 6 und 11 Jahren. Grund dafür ist zum einen die in fast allen Ländern bestehende Schulpflicht für Kinder im Grundschul- und im unteren Sekundarschulalter. Diese gilt häufig jedoch nicht für die obere Sekundarstufe. Gleichzeitig sind Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren in den meisten Ländern in einem erwerbsfähigen Alter. Viele haben keine andere Wahl als zu arbeiten, während andere versuchen, die Erwerbstätigkeit mit dem Schulbesuch zu vereinbaren.

Trotz einiger Fortschritte in den letzten 20 Jahren ist die Gefahr, nie eine Schule zu besuchen, bei Mädchen weiterhin größer als bei Jungen. 15 Millionen Mädchen zwischen 6 und 11 Jahren werden niemals die Chance erhalten, Lesen und Schreiben in einer Grundschule zu erlernen. Im Vergleich dazu gilt dies für 10 Millionen Jungen im Grundschulalter. Über die Hälfte dieser Mädchen – 9 Millionen – leben in Subsahara-Afrika.

Armut ist insbesondere für Mädchen eine weitere Hürde beim Zugang zu Bildung. In Nordafrika und Westasien sind die Differenzen zwischen ärmsten Jungen und Mädchen erheblich: auf 100 Jungen im unteren Sekundarschulalter, die in die Schule gehen, kommen lediglich 85 Mädchen. Im oberen Sekundarschulalter sind es 77 Mädchen gegenüber 100 Jungen.

=> UNESCO-Studie "Leaving no one behind: How far on the way to universal primary and secondary education?" (PDF)
http://unesdoc.unesco.org/images/0024/002452/245238E.pdf

Quelle: www.unesco.de 


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