Rajendra Pachauri. Foto: IPCCNew York/Berlin (epo.de). - Der Weltklimarat hat die Beschlüsse des G8 Gipfels in Italien zum Klimaschutz heftig kritisiert. Die reichsten Industrienationen hätten die Notwendigkeit einer Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zwar anerkannt, die Schlussfolgerungen der Wissenschaft zur Erreichung dieses Zieles aber "klar ignoriert", sagte der Vorsitzende des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), Rajendra Pachauri, am Montag in New York.

Pachauri erklärte vor Journalisten zum Ergebnis des G8 Gipfels in L'Aquila, eine Einigung auf das "anstrebenswerte" Ziel von 2º C und die Verringerung der Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um 80 Prozent sei nicht genug. "Wenn wir den Anstieg auf zwei Grad begrenzen wollen, müssen wir sicherstellen, dass die Emissionen nicht später als 2015 ihren Höhepunkt erreichen." Die G8 hätten zudem deutlich machen müssen, dass ein solches Szenario die Reduzierung der Emissionen der reichen Industriestaaten bis zum Jahr 2020 um 25 bis 40 Prozent voraussetze.

Pachauri hatte zuvor an einer Sitzung des IPCC in Venedig teilgenommen, wo der Weltklimarat damit begonnen hat, seinen fünften wissenschaftlichen Zustandsbericht vorzubereiten, der im Jahr 2014 erscheinen soll. Pachauri mahnte, reiche wie arme Länder müssten Maßnahmen beschließen, um die Folgen des Klimawandels eingrenzen und abmildern zu können. Die sauberen Technologien, um die Klimaziele erreichen zu können, seien bereits vorhanden oder an der Schwelle zur Produktreife.

Der IPCC-Vorsitzende, der mit seiner Organisation 2007 den Friedensnobelpreis erhalten hatte, zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass die Differenzen zwischen Industrie- und Entwickungsländern über die Emissionsziele bis zum Weltklimagipfel im Dezember in Kopenhagen ausgeräumt werden könnten. Sollten die Nationen in Kopenhagen kein gutes Übereinkommen erreichen, würden die menschlichen und wirtschaftlichen Kosten besonders für die ärmsten Länder enorm werden, warnte Pachauri.

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