goodweave_90Hannover (epo.de). - Auf der Teppich-Messe Domotex in Hannover ist jetzt ein neues Siegel für Teppiche ohne Kinderarbeit vorgestellt worden. Das "GoodWeave"-Siegel vereint die Zertifizierung von Teppichen ohne Kinderarbeit mit strengeren sozialen und ökologischen Standards. Es geht damit über das RugMark-Siegel hinaus, das seit Jahren für den Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit steht.

Trotz Gesetzen gegen Kinderarbeit ist die Praxis in den Teppichindustrien Nepals und Indiens noch weit verbreitet. "Ausbeutung passiert häufig an Orten, an denen abhängig Beschäftigte keine Rechte haben; Umweltverschmutzung und Plünderung natürlicher Ressourcen passiert dort, wo die Menschen keine Infrastruktur oder Möglichkeiten besitzen, auf andere Weise ihr Leben zu gestalten", erklärte Nina Smith, Geschäftsführerin von RugMark USA. "Die Schaffung besserer sozialer und ökologischer Voraussetzungen führt zu einer größeren Wahlfreiheit, die Gemeinden aus der Armut führen kann."

Im Jahr 2009 arbeitet RugMark mit einer Gruppe von nepalesischen Teppichexporteuren zusammen, um Arbeitsweisen und Webpraktiken mit Auswirkungen auf die Umwelt zu dokumentieren. "Auf dieser Grundlage wird aktuell an fortschrittlichen Standards gearbeitet, um Löhne und Arbeitssicherheit für die abhängig Beschäftigten zu verbessern sowie Wasser- und Luftverschmutzung durch die Wäsche und das Färben der Teppiche zu verringern", sagte Ajay Karki, Geschäftsführer der Nepal RugMark Foundation.

Lobsang Lama von der Firma Gomang Carpet erklärte zu GoodWeave: "Wir alle in der Teppichindustrie tragen Verantwortung für die Auswirkungen unserer Aktivitäten. Diese Aufgabe ist sehr komplex und es ist daher am besten für uns, mit Zertifizierungsinitiativen wie GoodWeave zusammen zu arbeiten. Sie haben das notwendige Wissen und die Kapazitäten, z. B. für die Inspektion der Webstühle und Produktionsstätten vor Ort."

"Alle sind gegen Kinderarbeit, aber Verbote allein reichen nicht aus", betonte Dieter Overath, der Geschäftsführer von GoodWeave Deutschland. "Wir müssen umfangreiche Lösungsansätze erarbeiten und dabei ist GoodWeave ein hoffnungsvoller Ansatz."

Das neue GoodWeave-Siegel – ein stilisierter, goldener Teppichknoten auf blauem Grund – ersetzt das bisherige blau-rote RugMark-Siegel. Teppiche mit dem Siegel werden in Deutschland, den Benelux-Ländern, Großbritannien, Schweden, Schweiz, Italien, den USA, Kanada und den Vereinigten Arabischen Emiraten verkauft. In Deutschland sind sie im Versandhandel, Kaufhäusern sowie im spezialisierten Teppichhandel erhältlich. Goodweave wird von den Hilfsorganisationen Unicef, Anti-Slavery International, Brot für die Welt, Misereor und terre des homes unterstützt.

Seit Gründung von RugMark International (RMI) 1995 hat sich die Zahl von Kinderarbeitern in der Teppichindustrie von einer Million auf 250.000 verringert. GoodWeave soll zum Standard für die Teppichindustrie werden und damit die Kinderarbeit auf null reduzieren. Ausbildungsprogramme, finanziert durch die Verkäufe zertifizierter Teppiche und Spenden sollen dafür sorgen, dass ehemalige Kinderarbeiter versorgt werden, eine Schule besuchen und einen Beruf erlernen können.

www.goodweave.de

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