sonnenkollektoren_almeria_dlr_150Göttingen (epo.de). - Das von der Bundesregierung unterstützte Wüstenstrom-Projekt Desertec soll keine Solarkraftwerke in der von Marokko besetzten Westsahara errichten. Das hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Donnerstag von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gefordert. Brüderle hatte der Desertec-Initiative Unterstützung im Rahmen der deutschen Exportförderung zugesagt.

"Bislang hat die deutsche Bundesregierung genau darauf geachtet, keine Investitionen und Projekte in der Westsahara zu unterstützen. Denn es sollte nicht der Anschein erweckt werden, Deutschland erkenne die völkerrechtswidrige Besetzung der ehemaligen spanischen Kolonie im Jahr 1976 an", betonte die in Göttingen ansässige Menschenrechtsorganisation in ihrem Fax-Schreiben an den Minister. "Der Respekt gegenüber dem Völkerrecht und dem Selbstbestimmungsrecht der in der Westsahara lebenden Sahrauis gebietet, dass diese vorsichtige deutsche Marokko-Politik auch zukünftig fortgeführt wird."

Brüderle hatte der Desertec-Initiative am vergangenen Montag signalisiert, sie könne auf Unterstützung im Rahmen der deutschen Exportförderung bauen. Nach Angaben des Geschäftsführers der Desertec Industrial Initiative (DII), Paul von Son, seien bereits Gespräche mit der Energieministerin Marokkos geführt worden, berichtet die GfbV.

Zwar hat der Desertec-Geschäftsführer über den genauen Standort des Pilotprojektes noch keine Auskunft gegeben. Doch in Interviews hatte von Son angekündigt, das Pilotprojekt werde in Küstennähe und nicht tief in der Wüste errichtet. Der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius befürchtet, dass damit nur die besetzte Westsahara gemeint sein kann: "Denn nur dort gibt es größere freie Flächen in der Nähe der Küste."

Marokko verfügt bereits über eine Stromleitung nach Spanien. Die ersten Sonnenkraftwerke zur Verstärkung der Stromversorgung Europas sollen in rund zehn Jahren ihren Betrieb aufnehmen.

Hintergrund:
www.desertec.org
www.gfbv.de

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