unhcr_200Genf (epo.de). - In den Industriestaaten lag die Zahl der Asylsuchenden im vergangenen Jahr unverändert bei rund 377.000. "Anders als von Populisten behauptet, gibt es keine Flut von Asylsuchenden in die reichen Länder. Die Statistik beweist: Dies ist nichts anderes als ein Mythos", sagte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres anlässlich der Veröffentlichung der UNHCR-Jahresstatistik am Dienstag in Genf.

Im Vergleich zu 2008 blieb die Gesamtzahl der Asylanträge nach Angaben des UNHCR im letzten Jahr bei 377.000. Allerdings habe es deutliche regionale Unterschiede gegeben: So stieg die Zahl der Asylanträge in 19 Staaten, während sie in 25 Ländern sank. In Skandinavien stieg die Zahl der Anträge um 13 Prozent auf 51.000, die höchste Zahl in sechs Jahren. Hingegen sank die Zahl der Anträge in Südeuropa um 33 Prozent auf 50.100. In Italien und der Türkei sank die Zahl der Asylanträge um 42 bzw. 40 Prozent, in Griechenland wurde ein Minus von 20 Prozent verzeichnet.

Bei den Herkunftsländern von Asylsuchenden, so die UNHCR-Statistik, stand Afghanistan mit 26.800 Asylanträgen an der Spitze (plus 45 Prozent gegenüber 2008). Irak und Somalia folgten mit 24.000 bzw. 22.600 Anträgen. Weitere wichtige Herkunftsländer waren die Russische Föderation, China, Serbien und Nigeria.

Der jährlich publizierte UNHCR-Bericht dokumentiert Zahlen und Trends im Asylbereich in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Island, Liechtenstein, Montenegro, Norwegen, Serbien, der Schweiz, der ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien und der Türkei. Berücksichtigt werden auch die Zahlen aus den USA, Kanada, Australien, Japan, Neuseeland und der Republik Korea.

Die USA verzeichneten 2009 laut UNHCR im vierten Jahr in Folge mit 49.000 die meisten Asylanträge (13 Prozent der Gesamtzahl). Es folgten Frankreich (mit insgesamt 42.000 Asylanträgen), Kanada (33.000), Großbritannien (29.800) und Deutschland (27.600). Insgesamt stellten 48 Prozent aller Asylsuchenden ihre Anträge in den USA, Frankreich, Kanada, Großbritannien und Deutschland.

Etwa die Hälfte der insgesamt 377.000 Asylantragsteller in 2009 kamen aus Asien und dem Mittleren Osten (45 Prozent), gefolgt von Afrika (29 Prozent), Europa (15,5 Prozent) und Nord-, Mittel- oder Südamerika (9 Prozent).

UNHCR Bericht: "Asylum Levels and Trends in Industrialized Countries 2009"
www.unhcr.de

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