retech_100Berlin. - Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat ein neues Strategie-Papier zum Thema "Ressource Abfall" entwickelt. die Parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp (FDP) wird das Papier am Montag in Berlin bei der Vorstellung des neu gegründeten Vereins German RETech-Partnership vorstellen. Die Partnerschaft verbindet entwicklungspolitische Ziele mit den Export-Interessen der deutschen Recycling- und Entsorgungswirtschaft.

Die German RETech-Partnership geht auf eine Exportinitiative für Recycling- und Effizienztechnik (kurz: RETech) des Bundesumweltministeriums zurück, die Ende 2011 in private Trägerschaft überführt wurde. Der neu gegründete Verein wird von deutschen Unternehmen der Kreislaufwirtschaft sowie Hochschulen getragen. Er soll sich unter anderem der Frage widmen, wie Entwicklungs- und Schwellenländer die Ressource Abfall für sich nutzen und gleichzeitig etwas für die Gesundheit ihrer Bürger und für den Klimaschutz tun können.

"Die Frage der Abfallentsorgung stellt besonders Entwicklungs- und Schwellenländer vor rasant wachsende Probleme - vor allem städtische Ballungsräume und so genannte Megacities ersticken förmlich im Müll", erklärte Staatssekretärin Kopp. "Gerade in den Armensiedlungen wird der Abfall oft gar nicht entsorgt - die Folge sind wilde Müllkippen mit erheblichen Risiken für Gesundheit und Umwelt. Genau hier müssen wir ansetzen - bevor uns das Müllproblem angesichts der rasant wachsenden Weltbevölkerung buchstäblich über den Kopf wächst."

Deutschland nehme auf dem Gebiet der Entsorgung und des Recycling eine weltweite Vorbildfunktion ein, sagte Kopp. Dieses Wissen gelte es zu nutzen: "Von den weltweit jährlich knapp 2 Milliarden Tonnen Hausmüll werden gerade einmal zwei Drittel überhaupt eingesammelt - nur ein Bruchteil davon wird allerdings umweltgerecht entsorgt, geschweige denn recycelt. Dabei sind Abfälle gerade auch für Entwicklungsländer eine wichtige Ressource - sozusagen ein Bodenschatz aus zweiter Hand, den es zu nutzen gilt."

Durch Recycling würden Rohstoffe und Energie eingespart und Emissionen vermieden, die beim Abbau, der Aufbereitung und dem Transport von Primärrohstoffen entstehen, betont das BMZ. Das Recyceln oder die Behandlung von Abfällen vor ihrer Deponierung vermeide zudem die Bildung des besonders klimaschädlichen Gases Methan.

"Daher unterstützt und begleitet das BMZ die Arbeit der German RETech Partnership ausdrücklich", erklärte das Entwicklungsministerium. Ziel des Vereins sei es, "den erfolgreichen Exportartikel 'Kreislaufwirtschaft Made in Germany' weiter zu fördern und damit vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern moderne Entsorgungsstrukturen zu stärken".

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit habe entsprechende Projekte seiner Partner in Entwicklungs- und Schwellenländern bereits in der Vergangenheit unterstützt, teilte das BMZ mit. Allein im Jahr 2011 seien dafür rund 200 Millionen Euro eingesetzt worden.

www.retech-germany.net
www.bmz.de

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