Thilo HoppeBerlin (epo). - Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen sieht sich durch den jetzt veröffentlichten Weltsozialbericht der Vereinten Nationen in ihrer Auffassung bestätigt, dass die Globlisierung "ökologische und soziale Leitplanken" braucht. Der Bericht mache sehr deutlich, "dass die Globalisierung von krasser wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheit begleitet wird", sagte der entwicklungspolitische Sprecher der Fraktion, Thilo Hoppe, am Freitag in Berlin.

"Die Kluft zwischen den reichsten und ärmsten Ländern der Welt hat sich in den letzten zehn Jahren weiter vergrößert. Und auch in den meisten Ländern, die beeindruckende Wachstumsraten vorweisen können, hat sich die Ungleichheit verschärft", erklärte Hoppe. Zugenommen habe auch die Zahl der Menschen, die zwar Arbeit haben, aber nur so wenig verdienen, dass nicht mehr als ein Dollar pro Tag und Familienmitglied zur Verfügung steht. Weltweit gehörten rund ein Viertel aller Arbeitenden zu der Gruppe der "working poor", die sich mit Hungerlöhnen begnügen müsse.

Der Weltsozialbereicht der Vereinten Nationen widerspreche "all denjenigen, die eine neoliberale Ideologie vertreten und der Meinung sind, 'der Markt wird's schon richten', betonte Hoppe. Die Herausforderung bestehe darin, "die globalisierte Wirtschaft mit starken ökologischen und sozialen Leitplanken zu versehen".

"Wir stimmen Kofi Annan zu, der angesichts des neuen Weltsozialberichts die reichen Nationen aufgerufen hat, die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen und einen gerechteren Welthandel zuzulassen. Die Entwicklungs- und Schwellenländer stehen in der Pflicht, durch Korruptionsbekämpfung, die Einführung eines solidarischen Steuersystems und einer an der Armutsbekämpfung orientierten Wirtschafts- und Sozialpolitik die extremen Ungleichheiten innerhalb ihrer Gesellschaften zu überwinden", erklärte Hoppe.

Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN


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