make chocolate fairBerlin. - Anlässlich des Welttages gegen Kinderarbeit am 12. Juni hat die Kampagne "Make Chocolate Fair!", der auch das INKOTA-netzwerk angehört, die Schokoladenindustrie aufgefordert, endlich faire Preise für Kakao zu zahlen und damit einen effektiven Beitrag zur Bekämpfung von Kinderarbeit zu leisten. Noch immer müssten hunderttausende Kinder auf Kakaoplantagen schuften. Denn die Preise für Kakao seien so niedrig, dass die Kakaobauern ihre Familien allein nicht ernähren könnten. Rund 36.000 Menschen haben bislang die Forderungen der Kampagne "Make Chocolate Fair!" unterzeichnet.

Das Ausmaß der Kinderarbeit im Kakaoanbau sei nach wie vor erschreckend, berichtete INKOTA. Hunderttausende Kinder in Westafrika müssten unter Bedingungen arbeiten, die nach internationalem Arbeitsrecht strengstens verboten sind. "70 Prozent des Kakaos in europäischer Schokolade stammt aus Westafrika und damit steckt in nahezu jeder Schokolade Kinderarbeit", erklärte Evelyn Bahn, Koordinatorin der INKOTA-Kampagne.

Kinderarbeit auf Kakaoplantagen ist ein Symptom dafür, dass die Kakaobauern nicht genug verdienen. "Der Kakaopreis hat sich in den letzten 30 Jahren halbiert. Ein Kakaobauer muss also heute doppelt soviel Kakao anbauen, um dasselbe Einkommen wie seine Eltern oder Großeltern zu erwirtschaften", so Bahn. Darüber hinaus könnten viele Bauern aufgrund des geringen Einkommens nicht in den Erhalt ihrer Plantagen investieren, wodurch auch die Ernteerträge sinken.

"Es ist nicht verwunderlich, dass die Kinder der Bauern die Kakaoplantagen ihrer Eltern nicht übernehmen wollen. Kakaoanbau lohnt sich nicht mehr für die Menschen in Westafrika", sagte Bahn. Ein Bauer in Ghana müsste das Dreifache verdienen, um der absoluten Armut zu entkommen. In der Elfenbeinküste müsste das Einkommen sogar zehnmal so hoch sein.

"Es ist dringend notwendig, dass die Schokoladenindustrie dafür sorgt, dass Kakaobauern ein existenzsicherndes Einkommen erwirtschaften können. Dazu gehört auch die Bezahlung eines fairen Preis für die Kakaobohnen. Nur so lässt sich Kinderarbeit effektiv bekämpfen und die Situation für die Kakaobauern grundlegend verbessern", fordert Evelyn Bahn.

Mit ihrer Forderung steht Evelyn Bahn nicht allein: Seit einem Jahr macht die Kampagne "Make Chocolate Fair!" auf die "menschenverachtende Bedingungen im Kakaoanbau" aufmerksam und erfährt großen Zuspruch bei Verbrauchern. Bereits 36.000 Menschen haben die Petition der Kampagne an die Schokoladenindustrie unterzeichnet. "Vielen Menschen in Deutschland ist es nicht egal unter welchen Bedingungen ihre Lieblingssüßigkeit entstanden ist. Denn niemand will Schokolade genießen, wenn andere dafür unter Hunger und Armut leiden."

Quelle: www.makechocolatefair.org

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