icrcTel Aviv. - Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Dienstagabend die Ausweitung des Militäreinsatzes in Gaza angekündigt. Zuvor hatte die Hamas eine von Ägypten vorgeschlagene Waffenruhe abgelehnt. Seit Beginn der Offensive vor acht Tagen kamen auf palästinensischer Seite mehr als 200 Menschen ums Leben, auf israelischer einer. Das Internationale Kommittee vom Roten Kreuz (ICRC) warnt davor, dass die Bombadierung Gazas zu verheerenden Schäden der ohnehin schon schwachen Wasser-Infrastruktur in den besetzten palästinensischen Gebieten führen wird. Wenn die aktuellen Feindseligkeiten nicht schnell enden, ist es laut ICRC nur noch eine Frage der Zeit, bis die belagerte Bevölkerung unter akuter Wasserknappheit leiden wird.

"Hundertausende Menschen im Gazastreifen haben momentan keinen Zugang zu Wasser. Innerhalb weniger Tage könnte die gesamte Bevölkerung Gazas nur noch sehr knappe Wasservorräte haben", erklärte Jacques de Maio vom Internationalen Kommittee vom Roten Kreuz.

Krankenhäuser, Flüchtlingslager, Schulen und Häuser brauchen Wasser und Elektrizität, aber nach Angaben des Roten Kreuzes haben die letzten Angriffe die Infrastruktur stark zerstört. Durch die Kämpfe sei es für Techniker unmöglich notwendige Reparaturen durchzuführen. Nachdem einige Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die für die Wasserversorgung zuständig waren, umgekommen sind, hat der Wasserversorger von Gaza alle Außendiensteinsätze untersagt. Die sowieso schon angeschlagene Wasserversorgung in dem Gebiet wird damit verschlimmert.

"Sauberes Trinkwasser wird immer knapper und es wird immer heißer. Hinzu kommt das Trinkwasser mit überlaufendem Abwasser kontaminiert wird, was auch noch ernsthafte Gesundheitsrisiken mit sich bringt. Obwohl das ICRC in den letzten Tagen einige Reparaturen an Wasser- und Sanitätsanlagen durchgeführt hat und damit die Situation für 90.000 Menschen in Gaza verbessert hat, sind bessere Lösungen dringend gefragt", sagte Guillaume Pierrehumbert vom ICRC.

Das Internationale Kommittee vom Roten Kreuz erklärte, dass nach humanitärem Recht Konfliktparteien zwischen militärischen und zivilen Zielen unterscheiden müssen. Sie müssen es vermeiden Zivilisten zu schaden und sie vor den Ausmaßen militärischer Operationen schützen. Das beeinhaltet den Schutz der Wasser-Techniker, sowie der Wasser- und Elektrizitätswerke.

Die Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern erscheinen auch deshalb so schwer lösbar, weil erbittert darum gestritten wird, wer wie viel Wasser nutzen darf. In den seit 1967 von Israel kontrollierten Gebieten wurde der Zugang der Palästinenser zu Grund- und Flusswasser stark eingeschränkt. Die Weltbank hatte 2009 eine Analyse der Restriktionen der Entwicklung des palästinensischen Wassersektors veröffentlicht. Danach nutzen die Israelis etwa 80% des geschätzten verfügbaren Wassers aus dem Grundwasserspeicher unterhalb von Westbank und Teilen Israels, während der palästinensischen Bevölkerung lediglich etwa 20% zur Verfügung stehen.

Quelle: icrc.org


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