gazastreifen 200Gaza. - Die Gewalt im Gazastreifen kostet immer mehr Menschen das Leben. Rund zwei Wochen nach Beginn der israelischen Militäroffensive ist die Zahl der Toten auf mehr als 500 gestiegen. Die Opfer hat vor allem die palästinensische Seite zu beklagen. Am Sonntag war, zahlreichen Medienberichten zu folge der "bisher wohl blutigsten Tag der israelischen Militäroperation im Gazastreifen". Die Palästinenser zählten nach eigenen Angaben rund 100 Tote, etwa 60 davon im östlich von Gaza-Stadt gelegenen Sadschaija.

Die meisten Medien waren sich sehr ähnlich in der Berichterstattung und titelten "Gaza-Offensive immer blutiger" (DW), Israelische Offensive in Gaza: "Immer schlimmer und schlimmer" (Spiegel), "The smell of death was everywhere" (Al Jazeera), und "Gaza's bloodiest day as at least 100 Palestinians are killed" (Guardian).

Die israelische Zeitung Haaretz berichtet, dass seit der Bodenoffensive mindesten 130 Palästinenser umgekommen seien, was die Zahl der Opferseit Beginn der Operation auf 508 hochschnellen ließe. Hinzu kommen 3.130 Verletzte. Nach Angaben der Israelischen Armee sind bisher 18 israelische Soldaten gestorben und es seien seit der Beginn der Operation 110 "Terroristen" getötet worden.

Das Palestinian Centre for Human Rights fasste die Geschehnisse von Sonntag, 20. Juli, wie folgt zusammen: "Since the Beginning of the Israeli Offensive on Gaza: 368 Palestinians Killed, of Whom 299 Are Civilians, Including 84 Children and 43 Women, and 2,340 Others Wounded, Mostly Civilians, Including 679 Children and 478 Women; 389 Houses Targeted and Destroyed and Hundreds of Others Extensively Damaged, Thousands of Palestinian Civilians Forcibly Displaced."

Am Samstagabend hatte Israel seine Bodenoffensive im Gazastreifen ausgeweitet. Am Sonntag hatte das Rote Kreuz eine zweistündige Waffenruhe zwischen der israelischen Armee und der Hamas vermittelt. Die Zeit sollte unter anderem für den Abtransport der zahlreichen Leichen und Verletzten genutzt werden.

Die gegenseitigen Angriffe gingen auch am Montag weiter. Der UNO-Sicherheitsrat forderte beide Konfliktparteien zu einer Waffenruhe auf. Alle Kämpfe müssten sofort eingestellt und das Völkerrecht geachtet werden. UNO-Generalsekretär Ban, der sich zur Zeit auf einer Vermittlungsreise im Nahen Osten aufhält, appellierte an Israel, mehr für den Schutz von Zivilisten zu tun.

Die Süddeutsche berichtete am Montag, dass mehrere Hamas- Kämpfer getötet worden seien, die durch einen Tunnel nach Israel gelangt waren. Erstmals nach drei Tagen werde auch wieder auf Tel Aviv geschossen.

Bereits am 17.7.hatten der Nachrichtensender N-tv und Spiegel Online berichtet, wie der Konflikt zwischen Israel und der Hamas auch in sozialen Netzwerken, besonders auf Twitter ausgetragen wurde. Auf Twitter versuchten beide Seiten ihre Versionen der Ereignisse zu verbreiten. Während das Twitter Konto der Al Qassam Birgades mittlerweile gesperrt wurde., ist es der Israelischen Armee weiterhin möglich, ihre Version der Ereignisse zu verbreiten. Auf der englischsprachigen Ausgabe des Nachrichtensenders Al Jazeerza gibt es einen live Blog zu Gaza.

Mehrere Hilfsorganisationen hatten bereits zu Beginn der Auseinandersetzungen auf die sehr schlechte humanitäre Lage im Gaza Streifen aufmerksam gemacht. Am 17. Juli hatte es ein fünf-stündiges Zeitfenster in Form einer Waffenruhe für humanitäre Hilfe gegeben. Hilfsorganisationen kritisierten sowohl die sehr knappen Wasser- und Nahrungsmittelvorräte als auch die schlechte Gesundheitssituation.


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