icrcJuba. - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und die Vereinten Nationen (UN) sind bestürzt über Berichte, denen zufolge im Südsudan mindestens sechs humanitäre Helfer ermordet worden sind. Die Meldungen stammen von verschiedenen Nichtregierungs-Organisationen im Maban County. Die UN warnten, die Gefährdung humanitärer Helfer könnte die Bemühungen einschränken, weiter Lebensmittel, Medikamente und Wasser an die mehr als 100.000 Flüchtlinge im Nordosten des Landes zu verteilen.

Am Montag wurde Gabriel Yien Gach, ein Südsudanese, der für Norwegian People´s Aid arbeitete, erschossen, nachdem er sich als Mitglied der Volksgruppe der Nuer identifiziert hatte. Einen Tag später wurden in der gleichen Region fünf weitere südsudanesische Helfer getötet. Die Namen der Opfer wurden nicht genannt, aber es wird vermutet, dass sie für andere internationale Hilfsorganisationen gearbeitet haben.

Nach Angaben der UN-Mission im Südsudan wurden die Morde von einer Miliz namens Maban Selbstverteidigungsstreitkräfte durchgeführt. Der Gruppe wird vorgeworfen, Zivilisten anzugreifen, die sie mit der Voilksgruppe der Nuer identifizieren. Vor einer einer Woche war angeblich es zu Auseinandersetzungen zwischen ihnen und Nuer Soldaten der sudanesischen Volksbefreiungsarmee gekommen.

Toby Lanzer, der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe im Südsudan, beschrieb die Morde als "schwersten Zwischenfall, innerhalb der Hilfsgemeinschaft seit der Unabhängigkeit Südsudans" vor etwas mehr als drei Jahren. "Nach dem was hier passiert, scheint es nicht, als ob wir dem Frieden im Südsudan immer näher kommen - vielleicht ist genau das Gegenteil der Fall. Es ist sehr, sehr besorgniserregend", sagte Lanzer. "Eine Hungersnot bedroht dieses Land, und wenn es eine Sache gibt, die der Südsudan nicht braucht, ist es zusätzliche Gewalt." Wenn sich die Gewalt ausbreite könne sich die Krise sehr schnell zu einer Katastrophe auswachsen.

"Die Angriffe auf humanitäre Helfer müssen aufhören. Die humanitäre Arbeit muss stattfinden können, damit die Hilfe zu den rund 120.000 Flüchtlingen in der Region gebracht werden kann", betonte auch Franz Rauchenstein, Leiter der IKRK Delegation im Südsudan. "Wenn der Zugang durch Mangel an Sicherheit behindert wird, sind humanitäre Helfer nicht in der Lage, grundlegende Dienstleistungen und Unterstützung für Tausende von Menschen zu bieten die wenig oder kein Trinkwasser, Nahrung oder medizinische Grundversorgung haben."

Am Freitag veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch den Bericht "South Sudan´s New War. Abuses by Government and Opposition Forces". Im Südsudan sind zwischen rivalisierenden Fraktionen in der südsudanesischen Regierungspartei im Dezember 2013 Kämpfe ausgebrochen, die sich zu einem ethnisch geprägten Bürgerkrieg entwickelt haben. Die Friedensgespräche in Addis Abeba stagnieren. Auch der Menschenrechtsbeauftragter Strässer vom Auswärtigen Amt appelliert an die südsudanesische Regierung und an die Rebellen, die Feindseligkeiten einzustellen und umgehend eine politische Lösung zum Wohle der Menschen im Südsudan zu finden. Die deutsche humanitäre Hilfe für Südsudan beläuft sich für das Jahr 2014 aktuell auf 15,6 Millionen Euro – gegenüber 10,3 Millionen Euro im Jahr 2013. Damit werden deutsche Nichtregierungsorganisationen sowie die von den Vereinten Nationen geführte internationale humanitäre Hilfe und der "Common Humanitarian Fund" der UN unterstützt.

Bericht: South Sudan´s New War. Abuses by Government and Opposition Forces

Quelle: icrc.org | theguardian.com  | auswaertiges-amt.de | hrw.org

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