GTZEschborn (epo). - In einem Pilotprojekt in Sambia versucht die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) im Auftrag des Entwicklungsministeriums (BMZ), die Armut durch Bargeldtransfers zu lindern. Das seit zwei Jahren laufende Pilotvorhaben zeige, dass mit dem Geld auch Investitionen getätigt und die Dorfgemeinschaften entlastet werden, so die GTZ. Auch andere Geber wollen das Modell aufgreifen.

"Viele Familien in Sambia haben HIV-AIDS-Opfer zu beklagen. Meist müssen dann die Großeltern Verantwortung für die Enkelkinder übernehmen, ohne über ausreichende Einkommen zu verfügen. Die Folgen: Mangelernährung und der Traum vom regelmäßigen Schulbesuch rückt in immer weitere Ferne", schildert die GTZ die Ausgangslage. Um überleben zu können, bekommen bedürftige Haushalte monatlich einen Geldbetrag im Gegenwert von sechs US-Dollar plus einen Kinderzuschuss von zwei US-Dollar, über den sie frei verfügen können.

Diese Summe reiche beispielsweise für eine weitere tägliche Mahlzeit pro Familie. Mittlerweile erhalten laut GTZ mehr als tausend Haushalte, rund 4.000 Menschen, diese Form der Hilfe.

Der von der GTZ entwickelte und getestete Ansatz sei inzwischen Bestandteil der sambischen Strategie der Sozialen Sicherheit und werde seit Mitte 2005 auch von anderen Gebern aktiv unterstützt, berichtet die Organisation.

"Wir haben festgestellt, dass die ärmsten Haushalte in Entwicklungsländern nicht immer in dem Maße von Entwicklungsvorhaben profitieren, wie wir dies beabsichtigen", erklärte Rüdiger Krech, Experte für soziale Sicherungssysteme in der GTZ. "Bargeldtransfers sind hier eine sinnvolle Ergänzung und steigern die Wirkung von Entwicklungszusammenarbeit ganz im Sinne des Millenniumsentwicklungsziels Armutsbekämpfung."

Mit einem Bruttosozialprodukt von lediglich 351 US-Dollar pro Einwohner und Jahr gehört Sambia zu den ärmsten Ländern der Welt. Viele bestehende Hilfsangebote richten sich an Menschen im arbeitsfähigen Alter, indem sie Möglichkeiten bieten, den Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten. Die Ärmsten der Armen sind jedoch oftmals zu krank, zu alt oder auch zu jung für diese Angebote.

"Das Pilotvorhaben der GTZ im Kalomo-Distrikt im Süden Sambias an der Grenze zu Simbabwe zeigt, dass diesen Menschen effektiv geholfen werden kann", so Krech. "Dabei gehen wir natürlich nicht nach dem Gießkannenprinzip vor." Unter Beteiligung der Dorf- und Distriktstrukturen des sambischen Sozialministeriums und aller Betroffenen würden die bedürftigen Haushalte identifiziert. Ein umfangreiches Monitoring- und Evaluierungssystem solle vor Missbrauch schützen.

"Die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre haben gezeigt, dass die meisten Menschen für das Geld nicht nur Nahrung kaufen. Rund 30 Prozent der Transfers werden verwendet, um Vieh und Saatgut zu erwerben, was der mittelfristigen Ernährungssicherung dient", so Krech. Auch für die Dorfgemeinschaften seien die Bargeldzahlungen an die Ärmsten eine Erleichterung, da die erdrückende Last der sozialen Verpflichtung den Mitmenschen gegenüber gemildert wird. Zudem stützte das Geld die lokalen Wirtschaftskreisläufe.

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