sudan sued 400Konstanz. - Im Südsudan mehren sich seit der Beilegung des Bürgerkrieges mit dem Sudan die bewaffneten Konflikte zwischen rivalisierenden Oppositionsgruppen, Milizen und dem Militär. Mitarbeiter der Konsanzer Hilfsorganisation "Hoffnungszeichen" fürchten eine neue Welle der Gewalt. Die Militarisierung sei auch in der Zivilbevölkerung förmlich spürbar, berichtete Caterina Cirimelli, Leiterin der Hoffnungszeichen-Projekte im Südsudan, am Dienstag aus Juba. Die Menschenrechts- und Hilfsorganisation fordert ein erneutes Programm zur Entwaffnung.

 "Ich bin nun seit 15 Jahren im Südsudan und habe den Bürgerkrieg, die Unabhängigkeit, den Beginn der Friedenszeit und der damit verbundenen Hoffnung miterlebt. Die letzten Monate lassen einen fast verzweifeln", sagte Cirimelli. "Auf die Kämpfe folgte der Hunger, dann der Regen und die Flut und nun bewaffnen sich die Menschen wieder. Man sieht es auf den Straßen, man kann es in der Bevölkerung förmlich spüren. Jeder wartet angespannt, was kommt."

Neben den bewaffneten Konflikten zwischen Oppositionskräften und Regierungstruppen münden nach Angaben Cirimellis "auch Innerstammeskonflikte in schwere kämpferische Auseinandersetzungen". Mit der wachsenden Anzahl bewaffneter Gruppierungen steige automatisch auch die Zahl der Waffen im Land und speziell in der Zivilbevölkerung. "Die vielen brodelnden Konfliktherde verschärfen die Sicherheitslage und verbreiten ein Gefühl der Unsicherheit im Land. Aufgrund des Wegfalls des staatlichen Gewaltmonopols herrscht faktisch das Recht des Stärkeren. Dies wiederum leistet der Verbreitung von Kleinfeuerwaffen in der Gesellschaft erheblichen Vorschub."

Hoffnungszeichen spricht sich gegen jede Waffengewalt aus. "Um die Waffenpräsenz im Alltag der Zivilbevölkerung zu reduzieren, unterstützten wir das im Friedensabkommen 2005 initiierte Programm zur Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration (DDR)", berichtete Reimund Reubelt, Erster Vorstand bei Hoffnungszeichen. Doch nach der Unabhängigkeitserklärung des Südsudans sei das DDR-Programm nicht fortgesetzt worden, was die Stabilisierung des noch jungen Staates nur noch schwieriger gemacht habe.

Laut der Ogranisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), einem Bündnis westlicher Industrienationen, gilt der Südsudan als scheiternder Staat. Durch die andauernden bewaffneten Konflikte könne er mittlerweile als gescheitert bezeichnet werden, so Reubelt. "Der politische Raum ist begrenzt, die Einhaltung der Menschenrechte kaum gewährleistet, die innere Sicherheitslage äußerst instabil. Die Regierung hat bis dato keine großen Bestrebungen gezeigt, ihre Staatsfunktionen zu übernehmen und wirkt teilweise sogar eskalierend auf die angespannte politische Situation. Die Leidtragende der andauernden Kämpfe ist die Zivilbevölkerung."

Quelle: www.hoffnungszeichen.de

 


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