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Toyota Prius  Quelle: Wikipedia Commons

Berlin (epo.de). - "Die Speicherung Erneuerbarer Energien ist der technologische Schlüssel zu einem neuen Energiezeitalter". So lautet die Erkenntnis der Fachleute, die am 24. und 25. November in Berlin an der 3. Internationalen Konferenz zur Speicherung Erneuerbarer Energien (IRES) teilnahmen. Die Entwicklung von Speicherpotenzialen und die Verbreitung solcher Technologien bilden den Diskussionsrahmen der Konferenz. In diesem Jahr steht die Elektromobilität, also die Möglichkeit einer emissionsfreien Verkehrsindustrie im Mittelpunkt.  Angesichts der derzeitigen Krise der Autoindustrie stellte der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer, Präsident von EUROSOLAR, fest: "Die Deutschen Autobauer haben an der Zukunft vorbei geplant."

EUROSOLAR und der Weltrat für Erneuerbare Energien (WCRE) sind die Veranstalter der Konferenzserie, die 2006 gestartet wurde. Norbert Hüttenhölscher, Geschäftsführer des Kooperationspartners EnergieAgentur.NRW, stellte fest, dass bei der ersten Konferenz im Jahre 2006 dem Thema "Speicherung & Verkehr" noch keine Bedeutung beigemessen wurde. Ganz anders sei es in diesem Jahr, in dem eine ganze Konferenz-Sektion dieser Aufgabe gewidmet sei. Die Anzahl der Teilnehmer und deren Zusammensetzung aus Politik, Institutionen, Technologie und Anwendung sei ein Indikator für die Wichtigkeit und die Durchsetzung der Erneuerbaren Energien.

Der aktuellen Debatte darum, ob Klimaschutzmaßnahmen ein Wirtschaftshemmnis darstellten, setzte EUROSOLAR-Präsident Scheer entgegen, dass sie im Gegenteil ein definitiver Konjunkturmotor für die Wirtschaft seien. Er spielte dabei auf die Produktion von Elektromobilen an und forderte einen "sofortigen Start der Massenproduktion". Es habe sich gezeigt, dass der energetische Effizienzgrad des Elektromobils dem des Verbrennungsmotors weit überlegen sei. Bei voller Umstellung des gesamten Kraftstoffbedarfs aller PKW in Deutschland auf das Elektromobil würde der Gesamtstrombedarf nur um sechs Prozent steigen, so Scheer. "Diese sechs Prozent entsprechen dem Jahreszuwachs der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in den Jahren 2007 und 2008 in Deutschland".

"Gerade jetzt - und nicht erst in späteren Jahren - müssen die steuerlichen und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für die Masseneinführung klimaschonender Technologien geschaffen werden. Wir brauchen eine auf Dauer angelegte steuerliche Privilegierung der Marktanreize für Elektromobile bzw. für Nullemissionsfahrzeuge und deren Anrechnung auf die CO2-Grenzwerte, wie sie für die Automobilindustrie festgelegt worden sind", lautete Scheers Appell an die Bundesregierung.

Durch den Eingang in die Massenproduktion würde automatisch eine Preissenkung erreicht, stellte Dirk Uwe Sauer von der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) fest. Man müsse in die Märkte gehen und sie anstoßen und endlich das Versuchsstadium hinter sich lassen, denn die Technologien seien für die Massenproduktion ausgereift genug. Sauers Ziel ist es, Elektromobile aufladen zu können. Seinen Angaben zufolge kann man nach einer Stunde Aufladezeit an der heimischen Steckdose 20 Kilometer fahren. Die Entfernung, die der Durchschnittsbürger am Tag mit dem Auto zurücklege, sei nicht viel größer.

Langfristiges Ziel sei es aber, rund 400 km mit Elektromobilen zurücklegen zu können, und das bei kürzeren Ladezeiten, so Scheer. Es gebe keine sachliche Begründung für den Aufschub der Serienproduktion von Elektromobilen, lediglich Stukturprobleme. Diesen müssten sich die Automobilhersteller stellen, denn "ein solcher Aufschub ist nicht im gesellschaftlichen Interesse und liegt ebenso wenig im mittel- und langfristigen Eigeninteresse der Automobilindustrie selbst".

Die Unterstützung seitens der Politik müsse sich jedoch erheblich ändern. Scheer sieht ausschließlich in den politischen Rahmenbedingungen die Ursache für die "jahrelange Fehlplanung und Untätigkeit der Autokonzerne". Dies belegt er am Beispiel der Verbreitung von Windkraftanlagen. Die Entscheidung für oder gegen Erneuerbare Energien liege in den Händen der Bundesländer. In Sachsen-Anhalt würden bereits 40 % des Strombedarfs aus Windenergie gedeckt, in Hessen seien es nur 1,8 %, in Bayern 0,5 % und in Baden-Württemberg lediglich 0,46 %. Diese Spanne deute daraufhin, dass entweder "Verhinderungs- oder Förderungsplanung" seitens der Politik betrieben werde, folgerte Scheer.  

Weitere Informationen:
Im Jahr 2006 erschien der Dokumentarfilm "Who Killed the Electric Car?", welcher die Argumentation General Motors zur Einstellung der Produktion des Elektroautos in den USA kritisch beleuchtet.

Foto: Hybrid-Fahrzeug Toyota Prius. Quelle: Wikipedia Commons

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